Mitstreiter

Ich bin sehr positiv überrascht über die Resonanz zu meinem kleinen Blog-Projekt. Die Kommentare geben mir Kraft und sie bestätigen mich in dem Glauben, dass ich mit diesem Problem nicht allein bin. Meinen Fortschritt poste ich regelmäßig in Blogbeiträgen.

An dieser Stelle möchte ich Euch bitten Eure Fort- und auch Rückschritte in die Kommentare zu posten. Mir hat es sehr geholfen, dass ich hier eine kleine Verantwortung trage, indem ich den Vorreiter spiele. Ich möchte nicht irgendwann sagen müssen, ich habe doch gekifft und die Zahl löschen, die ich mir hart erarbeitet habe. Gerne nehme ich Euch in diese kleine Liste auf. Ein Kommentar reicht und auch ihr könnt Zeit sammeln. Ich versuche die Liste regelmäßig zu aktualisieren und den Überblick zu behalten. Sollte ein Eintrag nicht korrekt sein, lasst es mich einfach wissen.

Wir sind kiffrei.
Aktualisiert am 10. Februar 2015.

Franz Paffka | 10 Tage (1 year in the bank)

Der Aussteiger | 7 Monate | Megagut (7.6.2014)

Trine | 5 Monate | Ich bin stolz auf dich! (17.9.2014)

Mori | 1 Monat (10.1.2015)

Daniel Bahr | 17 Wochen (?)

Christoph | 15 Wochen (?)

Der Melancholiker | 14 Wochen (?!)

ByeByeMary | 13 Wochen (?!)

Miss Thandie | ? Wochen (Wie ist es seit dem letzten J gelaufen?)

Ma | ? Wochen (bitte um Bestätigung)

Siggi | ?

kiffling | Tag 1, Neustart – mach dir keinen Kopf! Diesmal klappt’s! (8.12.2014)

Seid ihr alle noch Abstinent? Wie sieht es aus? Ich bitte um Bestätigung bei den den Mitstreitern mit Fragezeichen. Gerne dürft ihr auch das Datum mal raushauen, seit dem ihr kifffrei seid. Das macht die Berechnung ein bisschen einfacher. Danke und Gruß, Franzl.

159 Kommentare

  1. Danke fürs update.
    Jaja, ich hatte mal so einen Bastteppich, Junge, junge, was da alles an Hundehaaren und wer weiß was noch Schlimmeres in meinen Bong gewandert ist. Den Teppich gibts zum Glück nicht mehr.

    Gruselgrüße von Trine

  2. Danke fürs Update! Das halbe Jahr kommt dann Anfang Januar, ich schreib’s hier rein. Muss jetzt erst mal deinen neuen Beitrag lesen. Ich hoffe, die anderen Mitstreiter hier lesen auch alle noch mit? Daniel Bahr, Christoph, Der Melancholiker, ByeByeMary?

  3. Ich bin neu dazu gekommen.. Ich bin 14 Jahre süchtig nach Gras und habe einfach keine Lust mehr drauf. Jeden Tag nur auf Feierabend freuen um einen zu kiffen. Ich konnte mich auf nix mehr freuen außer aufs Kiffen, nur noch zur Arbeit und Nachhause.

    Bin seit 30.11.2014 kifffrei!

    1. Hi kiffling,

      willkommen. Bleib dran, es wird sich lohnen, versprochen. Ich kann mich noch gut an die ersten Wochen erinnern. Halte durch und gib dem Eichhörnchen eine Backpfeife wenn es nervt.

      Ich trag dich direkt in die Liste ein. Ich/wir drücken Daumen.

      Gruß,
      Franzl

    1. Nimm mich bitte erstmal raus. Ich versuchs zum 01.01.15. Nachdem ich deinen Blog gefunden habe, wollte ich auch sofort aufhören. Das klappt aber nicht so ohne weiteres. Die ganzen Feiertage jetzt..Amsterdam Trip etc.

      Mache mir da nix vor. Bis bald

      K.

  4. Erst mal ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr für alle!

    Heute auf den Tag sind es bei mir 6 Monate (nach dem Rückfall, sonst wäre ich bei 8,5). Möchte auch mal einen Bericht verfassen, was sich seitdem alles verändert hat (nämlich jede Menge!) — sobald ich Zeit und Muße finde, schreib ich hier mal ein bisschen was.

    Liebe Grüße,
    Der Aussteiger

  5. Hallo Franzl,

    2 Wochen und 4 Tage ist es nun her, dass ich am letzten Joint gezogen habe und es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Während des Breitseins verflog die Zeit wie im Nu und jetzt scheint sie still zu stehen. Ich finde das nicht wirklich schlimm, eigentlich ist es mir so lieber.

    In dieser Zeit war ich jedoch nicht sehr produktiv. Die Tage nach meinen ersten Beitrag auf deinen Blog waren der blanke Horror. Die Schlaflosigkeit plagte mich und wenn ich es doch mal geschafft habe, haben mich Alpträume der schlimmsten Art heimgesucht und zack war ich wieder (schweißnass) wach. Jetzt nach fast 3 Wochen kann ich jedoch sagen, dass das Schlafen meine geringste Sorge ist, ich habe den kompletten Dienstag verpennt (Ja einen ganzen Tag nur geschlafen) und am nächsten Tag war ich nach nichtmal 12 Stunden wieder am schlafen .. und jetzt gerade bin ich auch wieder hundemüde, obwohl ich gerade mal 10 Stunden wach bin.

    Mein Verlangen nach Cannabis kann ich nicht wirklich beschreiben, einerseits habe ich Momente in denen ich das Verlangen nach dem Breitsein habe, aber im selben Moment auch nicht. Eine schiere Ambivalenz brodelt in meinen Innern …

    Ich hatte sehr oft Herzklabaster, nachdem ich am ersten Joint am Tag gezogen habe, dass sich manchmal bis zu Panikattacken weiterentwickelt hat, und dennoch habe ich jeden Tag wieder geraucht; ist doch Panne! Und nun hatte ich die letzte Woche ständig die Symptome als wenn ich geraucht hätte, nur das ich mir diesmal nicht sagen konnte, dass es am Gras liegt (naja eigt schon, Entzugserscheinungen willkommen!)

    Im Moment fühle ich mich sehr häufig nur elendig, verteufel alles und jeden und wünschte mir einfach zu verschwinden, typischer Deprikram halt und es fällt mir sehr schwer, mich selber wieder aus den Sumpf herauszuziehen. Ich verschlimmer die Sache (bewusst, unbewusst?) auch noch, in dem ich mir im Internet unschöne Sachen reinziehe (es ist erstaunlich welch abartigen Sachen man auf Youtube finden kann…) oder meine Gedanken (bewusst,unbewusst?) in eine Richtung lenke, dass ich aus den negativen Gedankenkreis nicht mehr rauskomme.

    Aber um auch mal was positives an der ganze Sache zu nennen. Mein Appetit ist wieder da! Ich habe den ganzen Tag Hunger und Durst und ich versuche bestmöglich dieses Verlangen zu stillen. Weiterhin genieße ich es, mit dem Hund rauszugehen oder alleine abends noch einen Spaziergang zu machen (1h ca.), um frische Luft zu tanken. Weiterhin habe ich wieder mehr Zeit (oder ich nehme mir jetzt die Zeit) für andere Dinge, an die ich vorher gar nicht mehr groß gedacht habe und ich hoffe, dass das demnächst noch besser wird, wenn der Schlafrhythmus wieder geregelt ist.

    So, dass wars erstmal von mir, wollte dich eigentlich nur wissen lassen, dass ich immer noch kämpfe und am Ball bleibe, ist letztenendes nen halber Roman raus geworden. Machs gut, bis demnächst!

    MfG Mori

    1. Hi Mori. Stark, dass du weiterkämpfst. Ich erinnere mich noch genau, wie ich in den ersten Wochen gelitten habe.

      Ich war super Antriebslos und hab auch ewig gepennt, wenn ich denn mal schlafen könnte. Erst hat mich die Schwitzerei fertig gemacht und dann die Träumerei. Frische Luft und Bewegung haben mir in dieser Phase auch geholfen.

      Bleib dran, diese Symptome verschwinden bald. Und geht es bergauf. Die Lust am Leben kommt zurück. Ich hatte da ein Schlüsselerlebnis: es war ein Lachen. Mein eigenes. Laut und ehrlich war es. Das kam irgendwie ganz plötzlich an einem Abend mit Freunden und hat mich richtig überrascht. Die Melancholie verschwindet irgendwann und mit ihr Ärger, Wut und Hass.

      Halte durch. Kämpfe. Es lohnt sich. Bis bald, Franzl

  6. Gestern habe ich also den ersten Monat geschafft und ich muss sagen, ich bin stolz auf mich. Ein gesunder Stolz, kein überheblicher oder arroganter Stolz.

    Wie erging es mir in diesen Monat?

    Die ersten 3-4 Tage waren noch sehr „berauschend“, ich hatte immer noch das positive Feeling vom High sein und wirklich runtergekommen bin ich erst danach.

    Schlafmangel, Appetitlosigkeit, Alpträume, Schweißausbrüche, Angstzustände die manchmal schon an Panikattacken grenzten und Depressionen bestimmten die ersten 2 Wochen der Abstinenz. Ich habe mich nur noch zurückgezogen, habe in meiner eigenen negativen Gedankenwelt geschwirrt und habe alles als schlecht empfunden. Jedoch war mein Verlangen nach dem High sein so gut wie gar nicht da und auch das Verlangen, nach dem Rauchen selber, ob Kippe oder Joint, war komplett verschwunden (nebenbei: Habe mit dem Rauchen von Zigaretten am selben Tag aufgehört, wie mit dem Kiffen)

    Als es in die 3 Woche ging, hat sich einiges geändert, ich habe mich geändert. Anstatt Trübsal zu blasen, bin ich rausgegangen, habe frische Luft geschnappt, irgendwie versucht mich auszupowern und Bewegung in mein Leben zu bekommen. Ich habe meinen Schlafthythmus mehr und mehr in eine „normale“ Richtung gelenkt, war abends um 18 Uhr schon totmüde und war um 3 Uhr morgen wieder hellwach. Der Appetit kam wieder und auch Hoffnung und Glaube an das Gute. Ich habe wieder positive Gedanken gehabt und auch positive Energie gespürt. Inzwischen entwischt mir auch mal ein herzhaftes Lachen … und wie du sagtest Franzl, war es ein tolles Gefühl. Zu merken, man kann noch Spaß haben, ohne high sein zu müssen.

    Bis gestern war dies auch so und ich war mehr oder weniger happy. Doch mit der Abstinenz kommt auch das reale Leben, mein Leben, wieder mehr in den Fokus und diesmal auch viel klarer. Dies hat auch zur Folge, dass meine Baustellen und Probleme, die ich durchs Kiffen verdrängt und vermieden habe, mir wieder bewusst(er) werden.

    Ich habe mich mal zurückerinnert und mir ist aufgefallen, dass ich eigt. nie länger als 3 Monate ohne Kiffen ausgehalten habe (bis auf einmal, aber die Geschichte erzähl ich ein andern mal). Und ich bin mir fast sicher, dass es damit zu tun hat, dass ich mich früher oder später nicht mehr mit meinen Problemen auseinandersetzen wollte, bzw. den Kampf nicht weiterführen wollte und mich lieber wieder in die „heile“ Welt von Mary Jane zurückgezogen habe.

    Ich möchte stark sein, stark bleiben und noch stärker werden. Ich möchte nicht mehr dahin zurück, wo falsche Freunde und schlechter Shit auf mich warten .. ich möchte das kurze Leben leben, in vollen Zügen genießen ..

    wenn da nur nicht diese Angst wäre ..

    Aber das spar ich mir für einen anderen Tag auf, für heute solls das gewesen sein.

    MfG Mori

    1. Hallo Mori. Stark. Ich kann mich gut an diese Zeit erinnern. Mich hat das echt auseinandergefickt. Erst war es einfach nur anstrengend und dann gefühlsmäßig echt wild. Aber du solltest dir eins klar machen: die Baustellen verschwinden durchs kiffen nicht, sie werden nur diffuser und verschwinden hinter dem Nebel der vielen Joints.

      Jetzt ist die Zeit diese Bausstellen anzugehen. Es werden auch Rückschläge kommen, aber jeder dieser Rückschläge ist ein Schritt nach vorne. Denn du stellst dich dem Problem und auch eine negative Reaktion bzw. ein negatives Erlebnis ist wichtig, um darüber hinweg zu kommen. Es werden sich neue Wege auftun.

      Ich drücke dir fest die Daumen für deinen Weg und ich hoffe, du erzählst hier weiterhin, wie es dir ergeht.

      Fette Grüße,
      der Franzl.

  7. Hier mal mein versprochener Bericht, ich habe endlich mal ein paar Minuten Zeit. Ich hoffe, das wird jetzt nicht zu wirr, ich tippe einfach mal drauflos.

    Ich bin nun also über sieben Monate kifffrei seit dem Rückfall am 7. Juli 2014. Ansonsten würde ich schon bald auf das volle Jahr zugehen. Aber auch das werde ich schaffen. Denn kifffrei zu sein, das fällt mit jedem Tag einfacher. Es ist mittlerweile längst vollkommen normal.

    Eigentlich unglaublich, wenn ich an die ersten Wochen des Entzugs denke. Franzl hat das hier im Blog ja alles schon sehr eindringlich geschildert. Ich kann das fast in jedem Punkt unterstreichen: Schlaflosigkeit, Schwitzen, Unruhe, Melancholie, bestimmt sechs Wochen lang. Dann aber auch wiederum Euphorie, gerade in den ersten Wochen. Ich hatte das Gefühl, ich wäre wieder 16. Kein Wunder wahrscheinlich, weil ich mit 16 angefangen hatte zu kiffen, was schnell ganz normal wurde und dann die folgenden 21 (!) Jahre anhielt. Zwar mit gelegentlichen Pausen, aber durchaus kontinuierlich, und in den vergangenen Jahren quasi täglich, was mich fast meine Ehe gekostet hat, weil ich durch die Kifferei nur noch melancholisch wurde, mit Stress überhaupot nicht umgehen konnte (ganz schlecht, ich bin selbstständig und habe einen ziemlichen stressigen Medienjob) und Schwarz-Weiß-Denken pflegte.

    Und jetzt, nach vielen Monaten ohne die Droge, hat sich sehr viel verändert, gerade mein Denken ist wesentlich differenzierter geworden, ich lasse all die Grau- und Zwischentöne zu, die jahrelang verschollen waren. Ich erkenne meine eigenen Grenzen viel besser, bin wieder viel offener geworden, kann besser auf Menschen zugehen, genieße vollkommen nüchtern den Feierabend, wenn ich wieder nach Hause zu Frau und Kindern kann, um mit ihnen Zeit zu verbringen.

    Ich kann gut akzeptieren, dass ich jetzt 38 Jahre alt und eben erwachsen bin. Dass ich älter werde, dass mein Leben auch ohne Kiff-Anarchie und Rock’n’Roll-Lifestyle gut ist.

    Früher habe ich mich vor allem aus eins gefreut: den ersten Joint, später dann den ersten Vaporizer-Ballon, gerne als allererste Handlung nach der Arbeit, oft auch schon währenddessen.

    Heute freue ich mich darauf, nach verbrachter Zeit mit meinen Kindern, die Laufschuhe zu schnüren, die Kopfhörer anzuziehen, die Musik aufzudrehen und loszulaufen. Das habe ich fast parallel mit dem Kiffen aufhören begonnen, endlich wieder Sport machen. Und die Fortschritte sind enorm, es wird immer besser. Mein Ziel ist nun ein Halbmarathon; irgendwann, da mache ich mir keinen Druck. Es tut einfach gut, wieder seinen Körper zu spüren, sich frei zu fühlen, nicht immer daran denken zu müssen, woher man das nächste Gras bekommt, wann man endlich wieder einen verdampfen kann. Das Rauchen aufhören habe ich schon vor über zwei Jahren geschafft, auch das ist eine nachhaltig gute Entscheidung gewesen.

    Eine ganz interessante Beobachtung ist zudem meine neue Ausgeglichenheit. Falls jemand den Film „Berlin Calling“ kennt, den ich im Übrigen wirklich gut finde: Da stürzt ein erfolgreicher, drogensüchtiger Techno-DJ ziemlich ab, landet in der Psychiatrie, bekommt Therapie und Medikamente. Und sagt dann später irgendwann im gespräch mit seinem Vater, dass die Pillen ihm „Höhen und Tiefen weghauen“ würden. Genauso fühlt es sich für mich mittlerweile auch an, seit ich ein kifffreies Leben führe: Es ist viel weniger Drama, ich kann mit negativen Vorfällen und Emotionen viel besser umgehen, sie werfen mich nicht gleich voll aus der Bahn. Auf der anderen Seite gibt es aber auch weniger Highs — was ja auch kein Wunder ist mein Gehirn bekommt schließlich keine THC-Kicks mehr ab.

    Manchmal fehlt mir das schon, dieser Kick nach dem ersten Zug/Inhalieren. Und manchmal träume ich, dass ich kiffe, das kommt immer wieder mal vor. Aber wenn ich dann aufwache und realisiere, das es nur ein Traum war, bin ich jedes Mal sehr erleichtert und dankbar. Denn es geht mir drogenfrei schlichtweg viel besser.

    Allerdings bringt das neue, kifffreie Dasein auch einige soziale Probleme mit sich. Ich kann mich zum Beispiel einfach nicht mit meinen alten „Drogenkumpels“ treffen, die immer noch kiffen. Wir haben in den vergangenen Jahren ein „Lost Weekend“ eingeführt, fuhren dann irgendwohin in eine Hütte mit Sauna, nahmen viel zu essen, Alkohol und jede Menge Gras mit.

    Da fühle ich mich einfach noch nicht stark genug für – und irgendwie will ich es auch gar nicht. Wir haben früher so viel zusammen gekifft (und in jüngeren Jahren auch andere, vor allem halluzinigene Drogen genommen: LSD, Pilze, auch mal Kokain oder andere chemische Drogen), haben wirklich krasse Rauscherfahrungen gemacht, das passt einfach alles nicht mehr zusammen mit meinem „neuen“ Ich.

    Ich habe jetzt auch zum Beispiel einen Junggesellenabschied eines Freundes (der noch gar nix davon weiß) abgesagt, weil da die ganze Bande so richtig Gas geben will. Und da wird es eben nicht nur Alkohol geben (den ich mir schon gelegentlich in Form von ein, zwei Bieren oder einem guten Whiskey gönne, aber eben zum Genuss), da wird auch gekifft werden und was weiß ich noch alles. Stattdessen werde ich den Bräutigam lieber gediegen zum Essen einladen und gute Gespräche führen.

    Werde ich jetzt etwa total spießig? Ich weiß es nicht. Es ist mir irgendwie auch egal, ich muss mir das echt nicht beweisen, wie supercool ich bin. Ich bin dankbar für mein Leben, so wie es ist, mit all seinen ganz normalen Problemen und den vielen guten Dingen, die mir jeden Tag passieren.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht, wenn ich das erste Jahr erreicht habe, was ich definitiv im Franzl-Style als großes Ziel auserkoren habe. Ich weiß nicht, ob ich dann irgendwann bereit dafür bin, mal wieder was zu konsumieren, mir vielleicht mal ein, zwei Tage Amsterdam oder so zu gönnen und es dann wieder für lange Zeit zu lassen. Ich kann es mir im Moment jedenfalls nicht vorstellen, dafür bin ich wohl einfach zu sehr der Alles-oder-Nichts-Typ. Suchtmensch eben. Ich halte euch auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße,
    Der Aussteiger

  8. Ich bin nun 2 Monate und einen Tag abstinent. Ich habe mich bewusst über den kompletten Monat hier nicht zu Wort gemeldet, da es mir teils so beschissen ging, dass ich wohl nur lamentiert hätte und das wollte ich jeden Leser dieses Blogs ersparen.

    Wie war es also?
    Kaum hatte ich den ersten Monat rum, was mir für einen kurzen Moment ein gutes Gefühl gab, fingen andere Probleme an. Aber dafür muss ich kurz etwas weiter ausholen. Im Dezember 2014 hatte ich mit einem Browsergame angefangen, aus purer Langeweile; ich wusste nichts besseres mit meiner Zeit anzufangen. Das besondere an dem Spiel ist jedoch, dass man dort auch verlieren kann, normalerweise sind das ja meist solche Aufbauspiele, in denen man eigt. kein wirkliches Ziel hat und eben auch nicht verlieren kann.

    Nun, im Februar war ich dann schon so weit fortgeschritten, dass ich mehrere Stunden am Tag investieren MUSSTE, um am Ball zu bleiben. Ich habe es jedoch übertrieben und habe den ganzen Tag damit verbracht. Ich habe nicht mehr richtig geschlafen, konnte nicht mehr wirklich ohne Hintergedanken rausgehen (man konnte zu jedem Zeitpunkt von anderen Spielern angegriffen werden) und auch mit anderen Spielern gab es Drama (Verrat und so ein Quatsch). Das ganze hat sehr auf meine Psyche geschlagen, sodass ich mich Anfang März entschieden habe, aufzuhören und dabei ist es auch geblieben. Ich habe eingesehen, dass sich da eine Suchtverlagerung eingeschlichen hat und ich habe sicherlich nicht mit dem Kiffen aufgehört, um direkt in die nächste Sucht zu fallen.

    Aber noch eine andere Sache hat mich beschäftigt und jetzt immer noch .. und zwar der Tod. Seit ich wieder klarer denken kann, kommen mir immer wieder Vorstellungen in den Kopf, wie z.B. das mein Herz jeden Moment einfach aufhört zu schlagen .. das geht dann soweit, dass ich kurz vor ner Panikattacke stehe. Ich muss dazu sagen, dass ich ein Mensch bin, der sich viel zu viele Gedanken macht und auch viel zu viel Zeit dafür hat und hatte.

    Dazu kommt dann noch mein depressives Denken â la die Welt ist Scheiße bla bla .. ich geh mir damit schon selber so auf den Keks, dass ich darüber eigt. gar nicht mehr schreiben will.

    Was gibt es positives zu berichten?
    Ich möchte weiterhin Kiff-frei bleiben, ich fühle mich etwas aktiver als noch im ersten Monat, den ich ja fast nur mit Schlafen verbracht habe, ich esse ganz normal und habe auch normalen Appetit, mein Schlafrhythmus ist noch nicht der Beste, aber das Schlafen selbst ist nicht mehr das große Problem und auch die Träume sind nicht mehr so komisch und wirr, Alpträume habe ich so gut wie gar nicht mehr, ebenso die Kifferträume. Ich habe durch das Browsergame eine nette Bekanntschaft gemacht, mit der ich noch weiterhin über E-mail in Kontakt stehe, nebenbei, sie weiß (wusste als einzige im Spiel) von meiner Abstinenz und es tut sehr gut, sich mit jemanden auszutauschen (natürlich nicht nur über das Kiffen), der eine andere Sicht auf „alles“ hat.

    Zum Abschluss noch, ich bin ab morgen bzw. heute bei einem Kollegen (1h Zugfahrt), den ich vor gut 6 Jahren über’s Xbox zocken kennengelernt habe. Inzwischen zähle ich ihn zu einen meiner besten Freunde, trotz 14 Jahre Altersunterschied. Aber natürlich ist er auch Kiffer, jedoch einer, der es sehr gut im Griff hat. Ich weiß wohl, worauf ich mich da einlasse und das es die Gefahr birgt, rückfällig zu werden, nur habe ich mit ihm schon abgeklärt, dass er zu allem NEIN sagen soll. Jetzt in diesem Moment möchte ich auch gar nicht Kiffen, nur ich bin schonmal dort rückfällig geworden (eigene Doofheit, mein Kollege wusste auch nichts davon). Das möchte ich jedoch nicht wiederholen.

    Ich werde mich melden, mit oder ohne Schande über mein Haupt. Ich drück allen weiterhin die Daumen, stark zu bleiben!

    Wie schaut es bei dir aus Franzl?

    MfG Mori

    1. Mori, erstmal Gratulation. Und das sich jetzt die Gedanken und Sorgen die Klinke in die Hand geben ist klar. Ich kann mich auch noch an die 8 Wochengrenze erinnern. Ich fühlte mich unfassbar unzureichend. Auf jeder Ebene.

      Heute kann ich sagen, dass ich wahrscheinlich auf so viel gekifft hab weil ich enttäuscht war. Enttäuscht vom Erwachsenenleben und seiner Simplität. Heute allerdings kann ich viel besser die kleinen Freuden jeden Tages genießen. Scheiße ja, 42 ist die Antwort auf den Sinn des Lebens.

      Mir geht’s soweit gut. Es ist bei dem einen Freundschaftsjoint geblieben und ich bin wohl wirklich ein gutes Stück unsüchtiger.

      Ich drücke dir die Daumen. Bleib dran und kämpf dich durch die Melancholie. Das ist keine Depression und vergeht. Nutze den Frühling. Drücker, franzl.

  9. Lieber Franzl, liebe Mitstreiter,
    wollte mich mal wieder melden. Wenn am Freitag mein Sohn Geburtstag hat, bin ich bei genau 7 Monaten kifffrei. Fühlt sich nach wi vor gut an.

    Wünsch euch alles Gute. Trine

  10. So nach langer Pause wieder ein Update meinerseits. Bin immer noch clean, am 12.05 werden es dann 4 Monate sein.

    Nach meinen letzten Beitrag war ich bei meinem Kollegen, habe jedoch ohne große Probleme Nein zum Kiffen gesagt. Lediglich beim Hazeduft kommt noch ein geringes Verlangen in mir auf, welches ich aber gut unter Kontrolle habe und wieder ablegen kann. Zu Hause habe ich dann 2 Tage meinen „Kollegen um die Ecke“ besucht und auch da ohne Kiffen ausgehalten.
    Ich habe mich bewusst in diese Situationen versetzt, um mich mehr mit dem gewollten Nichtkiffen auseinanderzusetzen. Ich war wohl (so glaube ich zumindest) leicht passiv high, was sich hauptsächlich in Müdigkeit widergespiegelt hat, jedoch seh ich das nicht als dramatisch an. Ich bin jetzt nicht auf der Suche nach der nächsten „Kiffwolke“ um passiv breit zu werden und auch das Verlangen nach dem Kiffen selbst bzw. das breit sein wurde dadurch nicht beeinflusst.

    Da ich mehr oder weniger 6 Jahre am Stück verpafft habe, kommt die Realität immer klarer zum Vorschein und damit auch die Baustellen und Probleme, die sonst verdrängt worden sind.
    Ich treffe mich zur Zeit wöchentlich mit einen Sozialarbeiter, um wieder auf die gerade Bahn zu kommen.

    Wünsche allen weiterhin viel Erfolg!
    MfG

  11. Seit meinen letzten Beitrag (Update: Rückfall plus 4 Monate) ist wieder einiges geschehen. 1 Tag später habe ich mit dem Arbeiten angefangen. Es ist zwar nur Zeitarbeit, aber ich habe das Glück in einem Betrieb zu arbeiten, bei dem ich wohl 1 komplettes Jahr über durcharbeiten kann. Mir wurde zudem schon eine Ausbildung im Betrieb angeboten, ein sehr starkes und positives Feedback für mich!
    Mein Plan sieht aber ein wenig anders aus: Wie schon letztens erwähnt, steht der Auszug aus dem Elternhaus als nächstes an und danach möchte ich mich um eine Ausbildung kümmern. Durch gewisse Umstände (Vielleicht erzähl ich hier irgentwann mal meine komplette Story, sofern es immer noch interessiert) kam es dann ein paar Tage später zum Rauswurf, bzw. ich bin freiwillig gegangen.
    Nun wohne ich schon über 1 Monat bei meinen Kollegen um die Ecke, bei den ich die letzten Jahre noch Unmengen verpafft habe.

    Bin ich rückfällig geworden? Nein! Letzten Sonntag habe ich das halbe Jahr gepackt, in meinen Augen eine große Leistung! Und ich bin auch jetzt noch weiterhin clean.
    Das ich hier tagtäglich mit meiner (ehemaligen) Sucht konfrontiert werde, stört mich nicht im geringsten. Mir geht es seit meinen „Auszug“ viel besser, ich merke es geht voran und das spornt mich an.

    Letztes Wochenende habe ich dann mit meinen Cousin (Nichtkiffer) eine wunderschöne Wohnung gefunden und der Mietvertrag wird die Tage unterschrieben. Somit ist dieser Schritt auch erledigt und ich kann mich demnächst auf meine berufliche Perspektive konzentrieren.

    Soviel zu mir, ich wünsche allen weiterhin viel Erfolg!

    MfG Mori

  12. Wollte mal kurzes Lebenszeichen da lassen.
    7 1/2 Monate clean, grob über den Daumen geschätzt.
    Wohnungssuche steht leider immer noch an, mit der anderen Wohnung hat es leider nicht geklappt. Auf der Arbeit läuft alles wunderbar, bin aktiv unterwegs und möchte sogar mehr machen, als ich eigentlich müsste. Ich merke, dass da auf jeden Fall Potential nach oben ist. Jetzt muss ich es nur noch nutzen!

    MfG Mori

  13. Update: 1 Jahr und knapp drei Monate. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Kiffen spielt absolut keine Rolle mehr in einem Leben, dafür laufe ich jetzt wie verrückt. Nächstes Jahr ist mein erster Marathon geplant.

    Wie geht es dir, Franzl? Man hört gar nichts mehr von dir. Ich hoffe doch, alles läuft gut für dich.

    Lieber Gruß,
    Der Aussteiger

    1. Hi. Es freut mich riesig, dass es dir so gut geht. Ehrlich. Wir haben uns ja quasi ein paar Wochen Zeitversetzt zu diesem Schritt entschlossen. Einfach super.

      Ich hab ja im Januar einmal einen kleinen J mit einem Freund geteilt und dann hab ich im Juni im Urlaub auf den Kanaren nochmal gekifft.

      Aber beide Ausreißer haben nichts an meiner Einstellung geändert. Ich will nicht mehr kiffen und ich tue es auch nicht mehr.

      Momentan bin ich echt busy mit einem anderen Projekt und komme weder zum Schreiben noch zum sporteln. Schön, dass du so fit bist. Ich werde das auch wieder angehen.

      Beste Grüße und weiterhin Erfolg für Dich.

  14. Hallo Liebe Leute,

    heute bin ich 1 Jahr frei von Kiffen und Zigaretten rauchen. Ich bin sehr froh mich für diesen Schritt entschieden zu haben. Mein Leben besteht noch aus vielen Baustellen, doch diese eine habe ich über das Jahr bewältigt. Ich möchte nicht mehr rauchen und kiffen, auch nicht „irgentwann mal wieder“, ich sehe einfach keinen Sinn mehr darin und das ist auch gut so.

    Ich danke für die Inspiration, für die Motvation, für das Gehör und für den Zuspruch. Ich wünsche euch allen viel Glück und Erfolg.

    Lebt wohl! 🙂

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