Update: Rückfall plus 4 Monate

Hallo, meine kleine, liebgewonnene und absolut hilfreiche Nichtkiffgemeinde, ich lebe noch. Ich kiffe aber nicht mehr. Am letzten Januartag habe ich eine verloren gegangenen Freundschaft ein kleines bisschen kitten können. Und statt Fensterkitt haben wir Gras geraucht. Ausrede? Nein. Es war einfach der richtige Mensch und der richtige Anlass, um mein Jahr Abstinenz zu besiegeln. Ich habe das Jahr geschafft. Ich erinnere mich noch gut an die ersten Tage und Woche voller schlafloser und verschwitzter Nächte. Meine Fresse war das nach zehn Jahren ständigem Konsum eine Qual.

Heute sind schon wieder 4 Monate nach diesem einen kleinen Sticky vergangen und ich kann euch sagen: alles easy. Und das meine ich nicht mit den Worten des alten Franzl, der das sagte während eine dicke grüne Wolke aus seinem Rachen entstieg und damit meinte, dass eben alles easy ist. Was meist irgendwie gelogen war. Die letzten vier Monate waren sehr einfach. Gras spielt einfach keine Rolle mehr in meinem Leben. Ich begegne noch immer Kiffern, zuletzt auf einem Basketballturnier hier in der Ecke, aber irgendwie zieht es mich nicht mehr zu Ihnen. Ich muss nicht mal mehr Joints aktiv ablehnen, da ich einfach nicht mehr mit im Kreis stehe wenn irgendwo gekifft wird. Und das muss ich gar nicht vermeiden. Es ist einfach so gekommen.

Leider, und das meine ich sehr ernst, leider hat das auch Auswirkungen auf diesen kleinen Blog hier. Meine Gedanken drehen sich einfach nicht mehr um die Problematik, die mich so lange beschäftigt hat. Mir hat es so sehr geholfen, meine Situation, meine Gedanken und die ganzen Geschichten hier aufzuschreiben, aber heute dreht sich mein Tag um andere Dinge. Ich suche immer noch nach einer Lösung, wie ich das Projekt weiterführen kann, aber so lange ich da keine Lösung gefunden hab, hat wohl Daniel Bahr (Anfangs Troll, dann ehrlicher und geschätzter Mitstreiter) recht, wenn er schreibt: „Der Blog ist tot.“

Ein fetter Dank an euch alle!

Es macht mich traurig und froh zugleich! Ihr Mitstreiter habt mir echt Kraft gegeben und ich hoffe sehr, dass ihr alle auf einem guten Weg seid und es euch gut geht. Apropos: wie geht es denn dir, Herr Aussteiger? Nächste Woche müsste dein Jahr ablaufen. Ich bin sicher, du bist noch dabei und wünsche dir alles Gute. Jetzt können wir gemeinsam stolz sein! Stark, homie! Trine, Mori, Daniel, Christoph, der Melancholiker, Mary, Thandie, Ma, Siggi, kiffling: wie sieht es bei euch aus? Läuft alles gut? Ich hoffe das sehr!

Mir geht es jedenfalls gut und ich gehe meinen Weg weiter. Zu haufenweise Sport, ein bisschen Arbeit habe ich außerdem eine neue Liebe gefunden. Liebe macht Spaß und ein gemeinsamer Abend auf der Couch gibt mir deutlich mehr als ein einsamer verrauchter Abend.

In diesem Sinne. Bis bald. Hoffentlich! Fühlt euch gedrückt,
euer Franzl

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32 Kommentare

  1. scheiße wie recht du hast mit deinem letzten Satz!!!! ..ich hab jetzt mal 9 Tage geschafft ..hab irgendwie das Gefühl ich kann das nicht so ganz lassen ..dann kommt mir mein Leben so depressiv/abstinent vor ..is wohl ne Kopfsache^^ ..ich versuch erstmal weiter zu reduzieren ..zum ganz aufhören reichts wohl noch nicht ..aber was solls 😀 ..mal gucken ..auf jeden Fall mein Respekt das du das geschafft hast!!!

  2. Ich mach es auch hin und wieder. (1x pro Monat etwa) Denke aber deutlich öfter daran, bzw, sehne die Gelegenheiten herbei, wie ein kleines Kind Weihnachten. Mein Alltag wird aber momentan nicht mehr davon bestimmt.

      1. Naja, es hört sich besser an, als es ist. Dein Weg der Abstinenz ist der Bessere, denn das Maß ist bei einem vorhandenen Suchtmuster schwer zu finden. (1 mal pro Monat, 10 mal im Jahr? – immer Angst vor dem drohenden Rückfall in ein härteres Konsumverhalten. Diese Gedanken lassen mich den Rausch eigentlich gar nicht mehr genießen)
        Schau mal hier rein: reddit/leaves, bzw. reddit/petioles.

  3. Lieber Franzl,
    freut mich total von Dir zu hören – und natürlich vor allem, dass Dein Weg sicher ist. In meinem Kopf spukt der kleine grüne Gott noch intensiver rum, die Auseinandersetzung ist noch nicht vorbei. Aber das ändert nichts mehr an meiner getroffenen Entscheidung. Ich hab genug letzte Joints geraucht. Bei mir sind es jetzt bald 9 Monate Abstinenz.
    Ich mach ja grad ne Ausbildung zum Heilpraktiker, das ist sowas wie ne Kurzfassung von nem Medizinstudium. Es wäre einfach undenkbar gewesen, das mit bekiffter Birne hinzukriegen, zumal ich hauptsächlich eigenständig lernen muss. Der Sommer ist da und selbst mein Garten sieht strukturierter aus, das macht Spaß und gibt mir die Möglichkeit mir Ziele zu setzen, die realistisch sind.
    Ich kann auch voll verstehen, dass es von Deiner Seite nicht mehr viel zu schreiben gibt. Du bist durch mit dem Thema und ich denk mal, das war ja auch das Ziel.
    Ich hab vor etwas über 8 Monaten genau zum richtigen Zeitpunkt diesen Blog gefunden, einer der vielen Schlüsselmomente, die es endlich möglich gemacht haben, eine echte Entscheidung zu treffen und umzusetzen.
    Ich wünsch Dir und den tapferen Mitstreitern alles was es braucht zum glücklich sein.

    Liebe Grüße Trine

  4. Lieber Franz Paffka!
    Meine Meinung zu Deinem beeindruckenden Blog. Es sind dann doch mehr als 2 Seiten Word-doc geworden. Ausser der Kommentarfunktion sehe ich grad keine andere Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Aber vorm Freischalten kannst Du ja selber entscheiden, ob’s in die Tonne wandert oder in Deinen Kopf oder hier für alle sichtbar wird. Kann sein, dass ich mal Abschnitte davon in meinem Blog veröffentliche.
    Gestern stieß ich auf die Geschichte Deines Kampfes gegen Sucht, gegen Gras, gegen Dich selbst. Gäbe es einen „Ich-habe-mit Interesse-und-Anteilnahme-gelesen“-Button, ich hätte ihn wohl häufig gedrückt. Aber wirklich gefallen hat mir das was ich las nicht. Ich frage mich warum, möchte es mitteilen und hoffe es interessiert Dich ein wenig. Deine Texte müssen gut sein, inhaltlich und sprachlich. Sonst hätte ich sie nicht zuende gelesen. Auch ich fühle mich von Herzen verbunden allen guten Kiffern aus dem wunderbaren Kölner Rheinland.
    Einmal unterscheidet sich unser Stil grundlegend. Wie sollte es anders sein? Wenn Du aus der Stadt bist, wie ich vermute und mein Elternhaus irgendwo die A1 rauf im Bergischen lag. Ich hörte Reggae und Jazz. Uns war ein geschützter Raum wichtig, wo wir nicht gestört wurden aber auch unsererseits niemanden störten. Wir rauchten Bong auch aus Gründen von Diskretion und Rücksichtnahme. Ein Kopf ist schnell weggezogen und aus dem Fenster gepustet. Egal ob in der Reiche-Eltern-Villa oder in der 4-Zimmer-Wohnung der kleinen Beamtenfamilie. Es leben Menschen mit verschiedenen Interessen, Vorlieben, Krankheiten, Süchten unter einem Dach. Und jeder lässt den anderen eben leben. Und mit der Bong wurde ich erzogen. Als ich die Augen schloss und durchs Traumland fliegen wollte, ranzte mir ein: Wer abkackt wird angemalt! entgegen. Dann bleibt man Wach. Und ja, ich war sehr froh als ich endlich alleine wohnte und gemütliche Tüten bauen konnte, wann immer ich wollte.
    Leute die laut Hip-Hop hörten, mit dicken Tüten ganze Etagen vollstanken, hielten wir für aufdringlich. Aber das ist kein Grund, jemanden nicht zu mögen. Wer gut Posen und Angeben kann, ohne Punkt und Komma und dabei noch den Rhythmus hält: Seh ich gern, hör ich gern, gar kein Problem. Rauch ich auch gerne mit, vorausgesetzt der schicke Gangster lässt mich rein und hat keine Angst, dass der verlauste Land-Rasta ihm die Ledercouch versifft. Soll halt jeder wie er’s gern hat.
    Was also gefällt mir nicht am Business-Kiffer? Es klingt, als hättest Du wenig Respekt vor dem ruppigen Hanf. Als hättest Du ihn nie wachsen sehen, vom Vogelfutter zum Baum in 3 Monaten, keine Liebe und Fürsorge geschenkt, dich nicht den Bedürfnissen des verwurzelten Lebewesens unterworfen, nicht die männlichen getötet und nicht die Ernte eingebracht und vor dem Verschimmeln bewahrt in eintöniger Arbeit die Blasen an den Fingern macht. Aber ich kann Dir eben auch nicht vorwerfen, in der Stadt mit einem kleinen Balkon aufgewachsen zu sein, das ist es nicht, was mir nicht gefällt.
    Der Business-Kiffer klingt, als wäre die Droge Gras ihm ein kleines Jahrmarkt-Pony, auf dem die Kinder im Kreis reiten. Er klingt, als hätte er begeistert viele Male darauf geritten, sich für einen wilden Cowboy gehalten, sich in das weiche Fell und die schönen Augen verliebt. Und auf einmal ist er aufgewacht und sah: Das lächerliche Pferdchen geht immer nur im Kreis und dafür will es gefüttert werden und verschmutzt zum Dank den Boden mit seinen Exkrementen. Und sein Herz war gebrochen und er war wütend auf das Pony Hanf und auf sich selbst.
    Ich habe es anders erlebt, mir wurde von Anfang an gesagt: Wir sind süchtig, nicht abhängig. Ich stürzte mich sehenden Auges in die Sucht – und ja, auch in die Abhängigkeit. Wie alle Pubertierenden empfand ich irgendwann alles und alle um mich herum als nervig und aufdringlich. Wäre ich stärker und klüger gewesen hätte ich mit zurückgezogen, alleine mehr gelernt, mehr meine Instrumente geübt, hätte im Stillen etwas aus mir gemacht. Aber ich wollte dabei sein und merkte sofort: Wenn ich rauche, kann ich alles ertragen, die Langeweile, den Überdruss und die Anforderungen, kann der beliebte Kiffer im Kreise lustiger Leute sein. Ich sah das schäbige Jahrmarkt-Pony von Anfang an als das was es war. Aber das macht mich nicht zum besseren Menschen. Ich sah genauso lächerlich aus in der Kinderkarawane auf einem Kreis aus Sägemehl und Pferdescheiße. Wahrscheinlich noch trauriger als Du, so ganz ohne Illusionen.
    Ich kenne das Gefühl mit Tatendrang aufzustehen und dann nach dem ersten Kopf die Einsicht, der Tag ist mal wieder gelaufen. Eine bittere Erkenntnis, die nach Teer, Nikotin und verbranntem Hanfkraut schmeckt. Aber was soll man dagegen tun ausser noch einen Rauchen?
    Was mir nicht gefällt, sind die Halbwahrheiten, mit denen wir kämpfen müssen. Das Eichhörnchen ist eine dreckige Ratte und sie kommt aus der Tabakfabrik. Was mich nicht loslässt ist nicht der Hanf allein. Es ist die Mischung aus Hanf und Tabak. Das ist meine Erfahrung. Die Zigaretten machen süchtig, aber sie schmecken nicht. Und der Hanf alleine, geraucht oder gegessen, kickt mich nicht. Die Bong gab mir, was ich am Tabak vermisste. Sie schmeckte besser und lies mich träumen. Und wenn ich Abstinent träume, dann nie oder selten vom kiffen. Im Traum greife ich immer zur Zigarette und ärgere mich dann über mich selbst. Es gefällt mir nicht, dass scheinbar noch niemand von den Beratungsstellen gesagt hat, dass die Nikotinabhängigkeit ein wesentlicher Teil des Problems ist. Dass niemand laut schreit: Was sie über Heroin erzählen gilt ganz besonders und viel mehr für Zigarettentabak. Der Dreck macht süchtig vom ersten Zug an und er macht unweigerlich tot. Der Raucher funktioniert und zahlt Steuern sein Arbeitsleben lang, bleibt klar, gesund und funktionsfähig. Auf die letzten Meter, ab 50, geht langsam die Luft aus (COPD) und dann, ab 60 kommt schnell, schmerzhaft und gesellschaftlich kostengünstig der Krebstot 6 Monate nach der Diagnose. Kurze, billige Behandlungszeit und keine Rente mehr für’s Opfer. Wer die Zigarette mit Hanf würzt, macht es nicht besser. Aber wer seinen überteuerten Fertig-Pizza-Müll mit ein paar frischen Zutaten garniert, macht den Dreck auch nicht zu Gold, er schenkt sich nur ein schöneres Geschmackserlebnis, eine kleine Illusion vom guten würdevollen Leben, das es angeblich geben kann.
    Wenn Du schreibst, Deine Träume verängstigen und verstören Dich, dann bin ich verstört. Ich verstehe es nicht und es macht mich traurig. Denn immer, immer genieße ich es zu träumen und auch aus einem heftigen Traum aufzuwachen empfinde ich intensiv und genussvoll. Und auch die Schlaflosigkeit ein oder zwei Tage nach dem Absetzen konnte ich glücklicherweise akzeptieren. Manchmal dachte ich stolz, wo andere Speed nehmen um die Nacht durchzumachen, kann ich einfach mal nicht rauchen. Und als ich mich nicht mehr über die leere Grasdose ärgerte, konnte ich auch wieder schlafen und träumen. Auch das macht mich nicht zu einem besseren Menschen.
    Wenn Du für Dich die Abhängigkeit als Teufel und Gegner erkannt hast, ist das gut. Bekämpfe sie mit aller Kraft und mit ganzem Herzen. Ich jedoch glaube, Kampf ist zerstörerisch und bringt keinen weiter. Abhängigkeit gilt wohl als unheilbar, wie eine Hepatitis oder ein kaputtes Knie. Es geht nie mehr weg, man muss lernen damit zu leben. Der Mensch ist ein abhängiges Wesen. Als Säugling brauchen wir Fürsorge, als Kinder – und wir bleiben immer Kinder – brauchen wir Anerkennung. Als „Erwachsene“ sind wir abhängig vom Geldmarkt und als Greise brauchen wir Hilfe beim Arschabwischen und bei unserer Angst auf die andere Seite zu gehen. Wir werden immer Abhängig sein. Wer die Substanzen weglässt macht sich abhängig von der Anerkennung des Arbeitgebers, welche dann in Zahlen ausgedrückt die Raten für Haus und Auto bezahlt. Haus und Auto brauchen wir, weil wir meinen damit Anerkennung und Liebe von Familie und Mitmenschen kaufen zu können. Wir müssen immer mit vielen Interessen jonglieren. Und in einem oder mehreren Gebieten können wir nur das Notwendige erledigen. Entweder wir schenken unser Herz der Familie und erledigen bei der Arbeit nur das Notwendige. Oder wir stürzen uns in die Arbeit und in der Liebe werden nur die absolut notwendigen Hausaufgaben gemacht. Ein anderer stürzt sich in die Arbeit und tut so das Beste für seine Liebsten, denn er versorgt sie mit Besitz und Status. Wir sind frei, die Art der Abhängigkeit zu wählen. Und ob ein heißes Herz oder ein klarer Verstand besser wählt, hat noch keiner abschließend bewiesen.
    Gäbe es einen „Bin Beeindruckt“-Knopf, ich hätte ihn gedrückt. Beeindruckt bin ich von Deiner Kraft und dem Mut und von Deiner Initiative, online eine funktionierende und ideologiefreie Selbsthilfegruppe auf die Beine zu stellen. Die angeblich einzig nachhaltige Therapie für Suchterkrankungen, denn süchtige lassen sich nur von anderen Süchtigen etwas sagen. Ich kämpfe weiter allein. Nein, ich kämpfe nicht. Ich nutze die angeborene und angerauchte Trägheit und verpeile einfach immer mal ein paar Monate lang, neues Rauchkraut zu besorgen.
    Das wollte ich Dir sagen.
    Alice Wunder

  5. Hallo Franzl, Hallo Mitstreiter!

    Es freut mich zu hören, dass es dir so gut geht. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Glück mit deiner neuen Liebe.

    Am Freitag habe ich die 5 Monate gepackt. Ich bin absolut guter Dinge, dass das nicht-Kiffen kein Problem mehr für mich darstellt. Wie bei dir, spielt das Thema so gut wie keine Rolle mehr in meinen Leben und es stehen andere Dinge im Fokus. Mein nächster Schritt ist der Auszug aus dem Elternhaus und selbstständig zu werden. Weiteres folgt..

    Und nochmals ein fettes Danke schön an dich Franzl, denn dein Blog hat mir die Kraft und Motivation gegeben, durchzuhalten und stark zu bleiben.

    MfG Mori

  6. Hallo Franzl und alle anderen,

    sorry für die späte Rückmeldung, ich war sehr viel unterwegs in letzter Zeit und jetzt ein paar Tage offline dank Kabel Deutschland. Ganz kurz: Ich bin weiterhin clean, das Einjährige ist aber erst am 7. Juli, das kannst du gerne noch ändern!

    Ansonsten lese ich mich erst mal durch die neuen Einträge, war viel zu lange nicht hier. Es freut mich aber sehr, dass es dir gut geht!

    Liebe Grüße,
    Der Aussteiger

  7. Hey Franzl,

    danke – habe Deinen Blog wie ein gutes Buch in einem Rutsch gelesen und er hat mir etwas sehr Wichtiges vermittelt:

    Durchhalten – ich habe schon sehr oft erfolgreich aufgehört aber diese Depressive Phase hat mir immer wieder den Rest gegeben.

    Es wird immer gesagt nach einigen Wochen / Tagen ist es vorbei aber das stimmt absolut nicht – daher werde ich weiter machen in der Hoffnung, dass auch bei mir wieder in einigen Monaten die Sonne scheint.

    Die Welt unverkifft macht mich fertig aber dank Dir habe ich nun neue Energie gewonnen.

    Eine Bitte – falls Du Lust hast:

    Dein Rückfall – kannst Du Deine Gedanken davor und danach beschreiben? Das würde bestimmt auch andere interessieren.

    LG und nochmals – DANKE

    Ein Mitstreiter

  8. Mal wieder durch die alten Einträge gelesen. Wie die Zeit vergeht. Bin jetzt 16 Monate clean und trainiere für meinen ersten Marathon. Hätte mir das mal jemand gesagt, ich hätte es niemals geglaubt. Ich hoffe, euch allen geht’s gut.

  9. Hi Franzl!

    Ich lese schon seit einiger Zeit (als du noch aktiver warst) deinen Blog. Erstmal natürlich Gratulation zu deinem beeindruckenden und gelungenen Unterfangen!

    Was ich mich immer wieder frage (auch für mich selber): Was tust du mit deinem „neuen“ Leben? Wie belohnst du dich? Was ist deine Passion, welche nun an Stelle des Kiffens steht? Wo leitest du deine neue Energie rein?

    Du hast einmal geschrieben, dass du früher nur das Notwendigste getan hast, damit dein Leben gut läuft. Was ist es, dass du jetzt noch quasi als Kür zusätzlich erreichen willst? Du schreibst, dass du eine neue Liebe gefunden hast, das ist wunderbar! Je nach Veranlagung geht die Phase der Verliebtheit meist so 2 bis 20 Monate, dann verebbt der „berauschende“ Effekt allmählich. Im Idealfall verändert er sich zu einer tiefen Liebe, welche einem sehr viel geben kann in seinem Leben. Wie gehst du mit deinem „anders sein wollen“, mit deinem Bedürfnis nach Rebellion um? Ich denke, die grundlegende Frage könnte auch heissen: Worüber identifizierst du dich heute?

    Das Projekt „Hanf-frei werden“ hast du erfolgreich gemeistert. Hast du nun neue Projekte in deinem Leben, die du verfolgst?

    Liebe Grüsse
    Der Pfeiffer

    1. Hi Pfeiffer, danke für die netten Worte. Nächste Woche ist es tatsächlich 2 Jahre her, dass ich dieses Projekt begonnen hab. Und es hat sich tatsächlich zu einem neuen Leben entwickelt. Schleichend, aber beständig. Die größte Belohnung ist die Freiheit, die ich heute empfinde. Nicht mehr zu kiffen bedeutet ja nicht automatisch, dass sich alle meine Baustellen im Kopf auflösen. Aber ich hab viel mehr Ruhe, um mich darum zu kümmern. Das „metaphorische“ Eichhörnchen hat schon ziemlich viel Zeit und Platz in meinem Leben eingenommen.

      Wo stecke ich meine neue Energie rein? Definitiv in den Job. Ich habe mich selbstständig gemacht und lebe das gerade gründlich aus. Ich habe das erste Mal im Leben so richtig Bock auf die Zukunft. Gearbeitet hab ich eigentlich immer gern, aber heute hab ich auch das Gefühl, dass mich das irgendwo hin führt. Meine Leben hat eine Richtung bekommen.

      Rebellion ist tatsächlich ein Thema. Ich trage oft kurze Hosen, auch jetzt im Winter. Ja, viel ist nicht übrig geblieben. Aber rückwirkend ist auch kiffen nicht mehr unbedingt rebellisch. Mein alter Benz ist wohl noch das größte Zeichen der Inkonformität. Keine Ahnung – vielleicht ist es mir auch gar nicht mehr so wichtig.

      Was das angeht, hab ich wohl ein bisschen kapituliert. Wir leben in einer verrückten Zeit und ich bin egoistisch geworden und suche mein ganz eigenes Glück.

      Ja, ich bin wohl tatsächlich kifffrei. Ich denke ab und zu dran. Hab in den letzten 12 Monaten zwei halbe Joints geraucht und es war kein Problem. Ich renne dem Gras nicht mehr hinterher. Das ist sehr angenehm.

      Dir, und allen anderen da draußen wünsche ich viel Erfolg auf Euren ganz eigenen Wegen.

      Ihr alle wart eine große Hilfe in einer ganz schwierigen Zeit für mich. 1000 Dank.

      1. Ich würde auch darum bitten, bin seit 5 Tagen clean. Und dass, obwohl ich diesen Blog seit geraumer Zeit verfolge… noch Träume ich nicht, bin mal gespannt wann dies los geht.

        Deine Beiträge sind wunderschön und das lesen begeistert und macht Mut. Bitte mach weiter, auch wenn du die Thematik (gut für dich!) schon fast verdrängt hast – so empfand ich es als ich deine letzten Beiträge gelesen habe.

  10. Franz! Ich lebe noch! Und zwar nicht breit. 🙂 seit vorletztem jahr März. Es ist unglaublich, eigentlich. Mein freund und ich haben uns mittlerweile ein Haus gekauft und werkeln da echt viel dran rum. Ich muss ja gestehen, dass ich gern die erste gewesen wäre, die hier drin gekifft hat, aber das war ich nicht und das ist auch gut so. Außerdem wird im Haus auch gar nicht geraucht. 😜
    Das hat auch den Zigarettenkonsum drastisch heruntergeschraubt.
    Zu meinen engsten Freunden gehören auch noch immer Kiffer, aber das läuft alles super. Hab noch Blättchen, grinder, Bong usw. im Haus und helfe auch gerne aus, wenn Bedarf besteht, aber ein Verlangen im eigentlichen Sinn hab ich nicht.
    Klar, es gibt Momente in denen ich bock hab… Keine Ahnung…. Einfach mitzukiffen, aber es fällt mir absolut nicht schwer es bleiben zu lassen.
    Konzerte und Festivals sind allerdings so Gelegenheiten, bei denen ich etwas wehmütig werde. Super cash in der Menge zu stehen, am besten direkt da noch einen zu rauchen, war immer wunderschön.
    Aber durchs nichtkiffen bleibt natürlich mehr Geld übrig, um auf mehr Events zu gehen, deshalb passt das schon alles. 🙂
    Gestern war ein freund hier, der hatte ein Fläschchen medizinisches thc-Öl dabei. Für ungefähr eine Sekunde hätte ich es gern probiert, aber der Gedanke war schnell verflogen.
    Hab mich mit Bacon abgelenkt. 😂
    Oh, da fällt mir ein, das ist noch so eine Sache, die sich geändert hat. Hab ich den zwei Jahren ungefähr 10 Kilo zugenommen. Was an und für sich nicht tragisch ist, da ich 172cm groß bin und dabei nur um die 50 Kilo gewogen habe…. Jetzt sind es eben knapp 60. in Kombination mit unserem neuem Trockner ergibt das bloß eine menge nicht mehr passender hosen. Was mich nervt, aber es ist ne gute Ausrede, um einkaufen zu gehen. 😂
    Autofahren geht jetzt auch besser… Ich sitze jedenfalls nicht mehr mit Kiffer-Paranoia im Auto, sondern nur noch mit der für mich normalen „oh mein Gott, ich muss fahren“-Angst. 😂
    Komische Geschichte, ich bin immer todesaufgeregt wenn ich fahren muss. Eigentlich ohne Grund, aber ich kann das auch nicht ändern… In meinem kleinen Mazda MX-5 (Cabrio 😍) ist das auch nicht mehr so schlimm, aber wenn ich den „großen“ BMW von meinem freund fahre, bin ich komplett zittrig. Aber das ist auch ne andere Geschichte 😉
    Und sonst…. Ich hab meiner Mama erzählt, dass ich nicht mehr kiffe und ihre Antwort darauf „jaa…. Was soll ich jetzt dazu sagen?!“ Und ich: „toll, mein Kind, das find ich super!“ 😂
    Bei mir läuft es also. Bin jetzt irgendwie ne halbwegs normale Erwachsene. Das muss man ja mit 29 wohl von sich sagen.^^ Ich beschäftige mich mit arbeiten, Konzerten, postcrossing und damit, die Welt mit linken Stickern vollzukleben.
    Ich wünsche dir und allen anderen weiterhin alles gute.
    Liebste grüße, Ma. 🙂

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