Statusbericht: 12 Monate

Du spürst das Gras. Hier und da bewegt sich was. Pünktlich zu meinem Jubiläum war ich bei den Fantas in Köln, ich habe die Songs und Texte gefeiert und konnte im Innenraum wirklich gutes Gras riechen. Heute ist Tag X, ich bin 365 Tage kifffrei. Das ist gut und ich bin ein bisschen stolz.

Doch was kommt jetzt? Ich weiß es nicht. Ich bin nicht mehr süchtig – das kann ich heute locker und leicht behaupten. Außer Gefahr bin ich dennoch nicht. Aber ich mach mir keine Sorgen mehr. Ich bin frei und zufrieden mit meiner neuen Situation. Er wird irgendwann gerollt, der nächste Joint. Die Musik der Fantastischen Vier hat mich mein Leben lang begleitet und das Kiffen ist ein großer Teil dieses Lebens. Wie gerne habe ich, besonders auf Konzerten, ein bisschen grünes Gras in Tüten gerollt und genüsslich inhaliert, um stoned und easy davon zu werden. Jeden Tag Kiffen – das ist heute ein Stigma, dass ich mir nicht mehr anheften möchte und werde, aber vor der Spießigkeit möchte ich mich dennoch drücken. Zwischendurch mal Drogen nehmen – was ist dabei?

Aber ich bin noch nicht soweit. Jetzt habe ich erstmal mein Ziel erreicht. Und ich habe noch kein neues Ziel vor Augen. Zumindest keines, dass mit dem Verzicht auf Drogen in Verbindung steht. Ich werde auch in der nahen Zukunft nicht kiffen. Aber heute kann ich keine Zahl formulieren.

Auch für diesen Blog muss ich mir nun einen neuen Plan überlegen. Die Dokumentation endet wohl hier und heute erst einmal. Ich möchte weitermachen, aber dafür brauche ich einen Plan. Wir werden sehen. Sofern ich kiffen sollte, werde ich mich hier allerdings outen.

An dieser Stelle möchte ich mal bei Euch, unserer kleinen Community, wirklich herzlichen und ganz ehrlich bedanken. Ich bin durch eine schwere Zeit gegangen und dieser kleine Blog hat mir sehr geholfen meinen Plan auch wirklich durchzuziehen. VIELEN DANK.

Bleibt stark und auch ihr schafft das erste Jahr. Ich glaube ab dann/hier ist es keine Frage der Disziplin mehr, sondern eine Frage des Plans. Ich muss meinen jetzt finden, aber ich bin absolut optimistisch, denn ich habe mich aus einer Spirale des täglichen Kiffens befreit. Aus eigener Kraft und aus dem freien Willen heraus. Das wünsche ich euch auch.

Bis ganz bald,
Euer Franzl Paffka.

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10 Kommentare

  1. Lieber Franzl,
    Halleluja! Zack und um ist das Jahr. Großes Schultergeklopfe für Dich!
    Deinen Werdegang über dieses Jahr zu lesen und mit zu verfolgen, hat wirklich motiviert, zumal es nun in gewisser Weise ein Happy End gibt – für den ersten Teil. Im Prinzip – Mission erfüllt. Ich würd mich trotzdem freuen, hier in diesem Zusammenhang oder einem Neuen, ab und zu was von Dir zu lesen. Mir hats echt weiter geholfen. Hab Dank dafür und lass es Dir gut gehen.

    Liebe Grüße Trine

  2. Franzl,

    Wow, ein Jahr! Das ist irgendwie dann doch sehr schnell gegangen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung, du hast das wirklich einfach durchgezogen. Ich habe von diesem Jahr das komplette letzte Dreivierteljahr mitgelesen, das hat mir sehr viele gute und inspirierende Gedanken beschert, vielen Dank dafür.

    Ich bin jetzt selbst über sechs Monate kifffrei. Das erste Jahr ist auch mein Ziel, was danach kommt, wird sich zeigen. Ich bin gespannt, welchen Weg du jetzt gehst.

    Ich schreibe demnächst meinen Sechs-Monate-Bericht, leider (oder zum Glück) ist gerade sehr viel Arbeit und Familienkram angesagt.

    Liebe Grüße und alles Gute weiterhin,
    Der Aussteiger

  3. Lieber Franzl,

    ich bin vor 4 Tagen auf deinen Blog gestoßen, als ich nachts im Internet rumgurkte, da mich die Schlaflosigkeit plagte. Ich bin seit dem 11.01.15 nicht mehr am kiffen. Mit 16 1/2 habe ich das erste mal gekifft und seit dem nicht ein Jahr ohne geschafft, nun stehe ich kurz vor meinen 22. Lebensjahr.

    Ich finde deinen Blog großartig, er ist tiefgründig und ehrlich, aber auch amüsant zu lesen. Zwischendurch hast du mich echt zum Lachen gebracht (Danke dafür). Du sprichst viele Themen an, die auch mich „damals“ im bekifften Zustand als auch jetzt im nüchteren Zustand beschäftigen und die Art und Weise, wie du diese Themen schilderst und beschreibst finde ich sehr gut. Ich würde gerne tiefer ins Detail gehen, nur würde das regelrecht den Rahmen sprengen und ich fühle mich derzeit auch nicht in der Lage, komplexe Diskussionen zu führen …
    Mich drückt ein wenig die Wehmut, als ich gerade das Ende erreicht habe, so wie wenn man das Ende eines guten Buches erreicht hat, man selber aber noch nicht will, dass das Abenteuer vorbei ist.
    Nichts desto trotz bin ich sehr beeindruckt von deiner Leistung und deiner Standhaftigkeit.
    1 Jahr!

    Ich hoffe, dass ich weiterhin von dir hören werde und du deinen Weg erfolgreich weitergehst.
    MfG Mori

    1. Hey Mori, erstmal vielen Dank für die netten Worte.

      Ich bin natürlich noch nicht am Ende meiner Reise. Aber ich habe mein ursprüngliches Ziel erreicht und weiß grad einfach nicht, wie es mit diesem Projekt weitergeht.

      Dir wünsche ich, wie allen Mitstreitern viel Erfolg auf Deinem ganz eigenen Weg aus der Kifferei. Die erste Woche hast Du bereits geschafft. Glückwunsch. Bleib Standhaft. Ich drücke die Daumen, dass du auch die nächsten Schritte schaffst. Und dann, plötzlich, wird es ganz leicht.

      Gerne würde ich deine Geschichte hören. Auf jeden Fall kann ich nur empfhelen sie aufzuschreiben. Mir hat das enorm geholfen, so einige simple Dinge zu erkennen und zu verstehen. Ich schaue mal nach einer Möglichkeit diesen Blog für anonyme Gastbeiträge zu öffnen – das wäre doch schon ein Plan.

      Bleib dran und gib dem Eichhörnchen eine Kopfnuss, wenn es mal quängelt.

      Liebe Grüße,
      Franzl

  4. Glückwunsch Franz und nochmal danke für den Blog.
    Habe ihn im Grunde fast von Anfang an verfolgt und er hat mir sehr geholfen mich mit meinem
    persönlichen Konsum auseinander zu setzen.

    Alles Gute für die Zukunft!

  5. mich hat das lesen hier auch geholfen ..würde mich echt freuen wenn du hier mal schreibst wie s mit dir weitergegangen ist!! ..bist schließlich hier unser aller vorreiter 😀

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