No more Fumo Fumo – ihr Fotzen. Limbo. Scheiße.

„Can i fumo fumo this?“ – Zufällig hab ich Circus Halligalli gesehen und da sitzen die Jungs mit einem Jamaikaner im Phantasialand und der haut diesen Satz raus, während er auf einen Busch zeigt. Ich musste sehr darüber lachen. Ich habe diesen Scherz auch schon gebracht. Die beiden dauerbreiten Jamaikaner strahlten eine enorme Lebensfreude aus. Einfach happy die Jungs. Glückliche Dauerkiffer. Der Inbegriff von Jamaika. Ab und zu war ich auch ein Jamaikaner, habe diese Lebensfreude ausgestrahlt und konnte Leute damit begeistern. Ab und zu war ich auch einfach happy und der Joint zappelte in meinem Mundwinkel, weil ich lauthals lachte.

Ich mag die Kifferkultur. Lammbock ist auch so ein Ding. Gib ab! Einfach stark. Der Fikm bewirbt eine gesunde Lebenseinstellung. Aber auch dieser Film zeichnet ein klares Bild zweier unterschiedlicher Konsumtypen. Der eine unbefangen und lebensfroh und der andere eher der Grübler, der auch nicht wirklich zufrieden und lebensbejahend ist. Ich habe mich hinter dem Konsum versteckt, ich habe innere Empfindungen damit überdeckt und habe verdrängt. Viele lustige Momente aus der Vergangenheit sind eng mit einem Jolly verbunden. In meinem Fall aber eben auch viele traurige. Ich war einfach noch nicht fertig mit mir. Zu viele Fragen waren noch ungeklärt und blieben es über die Jahre. Neben der Kifferei war einfach kein Raum mehr für Entwicklung und darüber ist ein Problem entstanden. Gras war nicht Problem. Ich war es.

Für zufriedene Menschen, die ihre Lebenssituation definiert und ihre Ziele erreicht oder klar vor Augen haben ist es eine Droge für den Genuss. Für mich war Gras irgendwie Medizin. Ich habe es hier schon oft gesagt: Ich verteufele Gras nicht. Ich verteufele gar keine Droge. Für mich ist Gras noch immer harmlos. Die Folgen von intensivem Konsum sind es keinesfalls. Ich habe mich in einen beinahe unerträglichen Zustand gekifft. Einen Sumpf aus Traurigkeit und Unzufriedenheit. Wahrscheinlich hätte ich das mit Alkohol oder Heroin wesentlich schneller geschafft. Und hätte ich mich derartig in ein Hobby geflüchtet, hätte es wahrscheinlich einfach länger gedauert, bis ich erkannt hätte, das ich verdränge. Für mich ist WoW ein gutes Beispiel. In meinem Bekanntenkreis haben sich ein paar Jungs in dieses Spiel geflüchtet, so wie ich mcih in die Kifferei geflüchtet habe. Sie haben von Session zu Session gelebt und alles andere ausgeblendet. Worauf ich hinaus möchte ist folgendes: Probleme sind der Auslöser – die Sucht oder die Flucht sind nur die Konsequenz. Ich sehe meine Kifferei erst heute als Flucht. Ich dachte immer, ich kiffe zur Entspannung, zum Spaß oder einfach aus Genuss. Papalapapp – ich habe mich dahinter versteckt, weil ich mich nicht mit meinen innersten Emotionen auseinandersetzen wollte. Ich bin geflüchtet.

Kifft, zockt – macht was ihr wollt. Aber seid aufmerksam: es gibt einen Weg diese Verdrängung zu durchbrechen. Die Zeit ist leider nicht endlos. Und zu spät ist es nie. Es ist vielmehr jederzeit der richtige Moment. Ich kontrolliere mich selbst und schlage mir im Geiste auf die Finge, wenn ich daran denke einen Joint zu bauen. Dummer Franzl – no more fumo fumo for you! Ich sehe das mittlerweile sportlich und keineswegs als Einschränkung oder Verbot.

Ich kann jederzeit wieder kiffen, aber dann muss ich halt auch die Konsequenzen tragen. Das möchte ich nicht mehr. Mir hat das Kraut nicht geholfen. Es war nicht der Auslöser meiner Witzigkeit. Nicht weil ich kiffte habe ich über den Film Lammbock so gelacht. Nicht deshalb finde ich dauerbreite Jamaikaner witzig. Es ist, weil beides witzig ist. Ganz einfach.

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5 Kommentare

  1. Sprichst mir in vielen Punkten aus der Seele. Wobei ich langsam an dem Punkt bin, wo mich dieses popkulturelle Gras-Gehype schon fast wieder nervt. Wie du sagst: es ist eine Droge. Und keine harmlose, wenn man sie regelmäßig konsumiert. Ich habe lustigerweise auch eine fast drei Jahre lange WoW-Phase gehabt, gerne zusammen mit Gras. Ich war richtig süchtig nach dem Spiel. Anscheinend habe ich eine Sucht-Veranlagung, das war mir lange nicht bewusst. Keine Drogen zu brauchen, das gibt mir momentan sehr viel Kraft und Selbstbewusstsein. Ist auch irgendwie immer uncooler, je älter man wird.

      1. Bleibt halt das bisschen Wehmut, wenn man an all die Jahre denkt, wo man ja auch gute Zeiten damit hatte. Ich weiß nur wirklich nicht, ob ich jemals zum 3x-im-Jahr-Konsument schaffen könnte.

  2. Bei mir sind jetzt 6 Wochen rum. (04.08.)
    Das letzte Mal davor war am 11.01.
    Ich bilde mir ein, ich hätte das jetzt im Griff. Melde mich wieder. Alles Gute

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