THC und OCB ist was ich dreh‘.

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Ich habe zur Studienzeit begonnen, professionell zu kiffen. Nach dem Abi bin ich zu Hause ausgezogen, habe für meinen Lebensunterhalt weitgehend selbst gesorgt und fühlte mich frei. Kiffen war Teil dieser Freiheit. Ich kenne es gar nicht anders. Daheim wird gekifft, auf der Couch gehörte der Joint einfach dazu. Leere Päckchen Papers habe ich in einer Box gesammelt. Anfangs aus Spaß , später im Gedanken an das Mahnmal, das diese Kiste heute für mich darstellt.

Zuletzt hab ich vor etwa zwei Jahren durchgezählt. Da war die Zahl der Joints, die diese Pakete repräsentieren schon deutlich fünfstellig. Eine unfassbare Zahl. Mehr als 10000 mal Rausch. Zehntausend mal klebrige Finger. Ebensoviele gerollte Tips. Meist die perforierten OCB-Tips. Nur im Notfall benutzte ich Laschen aus Kippenpackungen, geschnittene Kartei- oder Visitenkarten, oder andere unwürdige Alternativen. Zehntausend mal bröseln, Blättchen anfeuchten, zudrehen und anhauen.

Die Kiste ist Definition und Beweis meiner Sucht. Ich weiß gar nicht, wie man normal lebt, ohne in den eigenen vier Wänden ständig das gleiche Ritual zu vollführen. Kiffen war Definition von Heimat, Ersatz für Normalität und Entwicklung, die Verdrängung meiner Suche nach familiärer Wärme. Ich funktioniere gut allein. Aber das ist kaum eine Leistung, eher Gewohnheit.

All die kleinen und großen Erkenntnisse der letzten Monate überwältigen mich momentan. Ich bin froh, Vieles davon hier niederzuschreiben und hoffe, dass ich irgendwann Ordnung in den Wust der damit verbundenen Emotionen bringen zu können. Ich fühle mich noch immer zu schwach dafür.

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4 Kommentare

  1. Krasse Kiste, ganz ehrlich. Man darf gar nicht darüber nachdenken, wie viel man schon konsumiert hat in seinem Leben. Wenn ich es doch tue, fühle ich mich wie der letzte Junkie. Sei froh, dass du diese Kiste hast und dir das immer vor Augen halten kannst. Das mit der Schwäche geht mir gerade ganz genauso. Stark bleiben.

  2. Da kann ich nicht so recht mitreden. Fand es aber auch schon krass, wenn ich nach einem Wochenende mal mal die ganzen leeren Zigarettenhülsen vom mischen auf einem Haufen hatte. Wobei ich sagen muss, dass es kaum Wochenenden gab, an denen ich komplett alleine war.
    Ich denke bei der Sache eher an all die kaputten Bongs…… Und an den hypothetischen Tank voll Schmand und dreckigem Bongwasser. ^^

    1. Ich hab alles geraucht, anfangs vor allem Eimer, dann Bongs wie blöd. Joints natürlich immer wieder und überall. Auch Purpfeifen. Und Tees/Kakaos mit Hasch. Würde echt gerne wissen, wie viele Kilogramm das insgesamt waren in 21 Jahren. Wahnsinn.

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