Gemeinsamkeiten. Glück. Und Shit.

Fuck, heute habe ich mal wieder einen gemischten Tag. Ich hab mich extra in Schale geworfen heute: neue Schuhe helfen mir ungemein mich wohler zu fühlen. Trotzdem hatte ich heute Mittag einen üblen Durchhänger und musste mal zwanzig Minuten die Augen zu machen. So langsam schlafe ich besser, aber meist montags mittags überfällt mich regelmäßig eine nervende Schlaffheit. Ich fühle mich dann körperlich ausgezerrt, zittere leicht und mache mir große Sorgen um meine Konstitution. An Konzentration ist nicht zu denken. Nach einer Stunde und einem ekligen Mittagessen ging es dann wieder.

Jetzt ist es vier und ich habe meine Pflicht-ToDos für heute abgehakt. Die Bonus-ToDos auf meiner Liste verschiebe ich mal getrost auf wannauchimmer. Grund für diesen Eintrag ist ein Bericht, den ich heute mittag während meiner Mattheit gelesen habe. Es war ein Forum-Thread eines promovierten Wissenschaftlers, der mit 45 Jahren seine Kiff-Sucht erkannt hat und vier Monate Tagebuch über seinen Entzug geschrieben hat. Erst mit 45 Jahren hat er entdeckt, dass er wirklich süchtig ist. Er beschreibt in seinen Beiträgen, wie er den Kampf angenommen hat und man erkennt über einen Zeitraum von vier Monaten genau, wie sich seine Einstellung verändert. Er entfernt sich immer mehr von dem Glauben an eine harmlose Gewohnheit hin zu einer Überzeugung, dass Cannabis Auslöser vieler verdrängter Probleme ist. Sehr spannend. Wer sich dafür interessiert, kann die Texte hier nachlesen. Der Thread endet abrupt im Januar 2010. Simon, ich hoffe es geht Dir gut und Du bist stark geblieben. Falls Du zufällig auf diesen Blog stößt, melde Dich mal kurz. Gerade in dieser Geschichte habe ich viele Parallelen zu meiner eigenen entdeckt. Erst nach mehr als drei Monaten entdeckt er seine Traurigkeit, so ging es mir auch. Leider endet die Geschichte auch zu dieser Zeit. Naja, ich schreibe nun meine auf und hoffe weiterhin Menschen zu inspirieren sich mit Ihrer Sucht auseinanderzusetzen. Mir hilft es ungemein von Erfahrungen zu lesen und meine eigenen aufzuschreiben.

Ich habe mittlerweile viele dieser Forenbeiträge gelesen und bin immer wieder erstaunt über die Gemeinsamkeiten, die uns Abstinenzler verbinden.

1. Schlafen und Träume

Es beginnt mit Schlafstörungen, die mal nach einer Woche vorbei sind oder sich auch mal Monate lang ziehen. Einschlafen ist bei den meisten schnell kein Problem mehr. Durchschlafen können wohl nur die wenigsten in dieser Phase. Ich habe ja bereits beschrieben, dass ich oft nachts aufgestanden bin, um im Wohnzimmer eine Kippe zu rauchen. Und das oft mehrfach. Das mache ich übrigens noch immer, aber meist nur noch einmal pro Nacht.

In dieser Zeit kommen dann auch die Träume wieder und mit Ihnen die Auseinandersetzung mit der eigenen Gedankenwelt. Wirre Träume, Albträume und Träume in denen die Abstinenz gebrochen wird wechseln sich ab. Diese Phase geht zu Ende, wann scheint individuell verschieden.

2. Traurigkeit und die Frage nach der eigenen Identität

Ist die erste Phase überwunden, kommt oft die Frage nach der eigenen Identität und Reue. Ich frage mich seit Wochen, warum ich so lange am Gras festgehalten habe. Ich habe viele schöne Erinnerungen aus dieser Zeit, aber die hätte ich natürlich auch, wenn ich nicht dauerstoned durch die Welt gelaufen wäre. Das Gefühl, so viel verpasst zu haben und mich nicht wirklich weiterentwickelt zu haben wurde immer stärker. All das führte zu einer tiefen Traurigkeit. Selbstmitleid hat mich oft geplagt. Ich armer Franzl. Warum habe ich es so schwer?

3. Wendung der eigenen Argumentation

Einhergehend mit der Reflexion des Selbst kommt meist auch ein Turnaround in der Argumentation. Der Glaube an die Harmlosigkeit von Gras schwindet und weicht der Erkenntnis, dass der langjährige Konsum doch Spuren hinterlassen hat. Ich bin immernoch der Meinung, dass Cannabis eine eher weiche Droge ist, aber ich rate jedem zur Vorsicht. Sucht ist übel und es ist ein langer und harter Prozess sich davon zu lösen. Es gibt sie, die Genuss-Kiffer. Aber auf jeden verantwortungsbewussten Kiffer kommen sicher 10 Süchtlinge, wie ich es bin.

Wie oft ich schon gesagt habe: Morgen ist Schluss und trotzdem habe ich mir tags drauf ein neues Paket Verdrängungskraut besorgt und den Verzicht auf wannauchimmer verschoben. Es geht mir noch schwer über die Tasten, aber ich glaube: nur komplette Abstinenz funktioniert für mich. Fuck. Werde ich nie wieder kiffen? So soll es sein!

4. Erkenntnis

Wie gesagt, ich habe mittlerweile viele Geschichte gelesen. Darunter Kids, die sich schon mit 15 alle Perspektiven verkifft haben. Sich den Schulabschluss verbaut haben, die erste Liebe verpassten und mit Anfang 20 sehr verzweifelt den Ausstieg versuchen. Viele Geschichten sind darunter gewesen, die sehr meiner eigenen gleichen. Jungs oder Mädels, die relativ spät anfingen und nach jahrelangem Konsum plötzlich merken, dass sie süchtig sind, Probleme haben und irgendwie traurig sind. Oder eben Erwachsene, die nach mehr als 20 Jahren die Erkenntnis überfällt, dass ihr Leben so irgendwie nicht funktioniert. Eins verbindet uns alle: eben diese Erkenntnis, dass wir ein bisschen aus der Spur geraten sind. Dabei spielen Alter, Geschlecht und Erfolg offenbar keine Rolle.

5. ? 

Ich weiß nicht, was jetzt noch kommt. Ich bin froh, nicht stolz, dass ich soweit gekommen bin und werde weitermachen.

Life is a bitch. Wir alle haben Tagträume und Erwartungen an unser eigenes Dasein, die meist nicht erfüllbar sind. Heute finde ich das okay. Ich bin bescheidener und realistischer geworden. Träume sind schön, aber die Erkenntnis, dass das Leben eben auch mal Scheiße ist darf uns nicht betrüben. Meine Reise durch Asien hat mir sehr die Augen geöffnet. Ich habe viele Vorteile genossen, allein dadurch, dass ich in Deutschland aufgewachsen sind. Viele Probleme, die viele Menschen auf der Welt jeden Tag erleben, habe ich nie kennenlernen müssen.

Auf der anderen Seite steht folgender Satz: Jemandem zu sagen, dass er nicht traurig sein soll, weil es viele Menschen auf der Welt schlechter haben ist genauso, als würde man argumentieren: du kannst auch nicht Glücklich sein, weil es viele Menschen besser haben.

Probleme und Traurigkeit sind real, egal welche Ausprägung sie haben. Meine Traurigkeit ist real. Ich kann sie nicht einfach abschalten. Trotzdem ist sie nicht unheilbar. Ich nehme mir viele Dinge vor. Einige Punkte auf dieser ToDo-Liste werde ich irgendwann abhaken können. Andere nicht. Shice drauf. Dann soll es eben nicht sein. Ich muss weiter nach meinem persönlichen Glück suchen.

An dieser Stelle mal was persönliches: Ich wünsche Euch allen von Herzen alles Gute. Kämpft Euren Kampf. Ich hoffe ihr findet, wonach ihr sucht. Ohne Sucht. Findet Glück und friede mit Euch selbst. Und Danke. Danke für Euer Feedback. Danke, dass ihr Eure Gedanken mit mir teilt. Danke.

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23 Kommentare

  1. Danke für deinen Blog! Es hilft so enorm den eigenen Konsum zu überdenken wenn man die Ansicht und Erkenntnis von jemandem hat der mit klarem Kopf zurückblickt.
    Ich wünsche dir alles Gute!

  2. Franzl! Du dankst uns? DU bist doch derjenige, der anfängt, seine Gedanken mit uns zu teilen und wir werfen dann bloß unsere dazu….. Du bist derjenige, der uns nachdenken lässt. Klar beruht das auch auf Gegenseitigkeit. Aber du bist der, der den Stein ins Rollen bringt. 🙂 Der klare Worte für das findet, was ja anscheinend in vielen Leuten zur gleichen zeit vorgeht.
    Ich kann mich Felix nur anschließen….
    DANKE FÜR DEINEN BLOG!!!

  3. Ich bin verdammt froh, dein Blog gefunden zu haben. Danke für diesen Text und danke für alle vorherigen! Das hilft mir gerade sehr.

    Heute bricht Tag 9 meines Aufhörens an, und gestern schrieb ich hier noch was von Gefühlshoch… Pustekuchen. Die gestrige Nacht war ein einziger Albtraum, ich hab erst noch ein paar Folgen von „Shore, Stein, Papier“ geschaut (auch dafür danke, ich bin schon bei Folge 20 und wahnsinnig begeistert), und bin dann um Mitternacht ins Bett. Eingeschlafen um 2 Uhr, wieder wirr geträumt, von meiner Frau, die irgendwo in einem Zimmer eingesperrt war, mich nicht rein lassen wollte. Um Punkt 6.30 Uhr bin ich aufgewacht, total kaputt, konnte aber einfach nicht mehr einschlafen. Es folgte ein müder, anstrengender, superstressiger Scheiß-Montag mit sehr viel Kaffee und einer Katastrophe nach er anderen, angefangen von einem Strafzettel am Auto, weil ich zehn Minuten über der Drehscheiben-Zeit war und ich gerade an den Wagen zurückkehrte, als der nette Ordnungshüter mir den Zettel hinter den Scheibenwischer klemmte (und mich auch noch ignorierte, trotz netter Nachfrage meinerseits, ob er denn nicht ein Auge zudrücken könne). Ich hab ihn echt gehasst, aus ganzem Herzen, irgendwie komplett übertrieben. Ich hab ihn dann, warum auch immer, spontan aus dem Auto heraus mit dem Handy fotografiert und noch irgendeinen Blödsinn aus der offenen Scheibe zu ihm gesagt, so von wegen „Ich beschwere mich über Sie.“ Oh Mann, dabei habe ich wahrscheinlich mich selbst gehasst, der macht ja auch nur seinen doofen Job.

    Dann folgte Traurigkeit, weil ich ein paar Stunden daheim war, meine Kinder besuchen, was zwar schön war, aber ich ihnen erklären musste, dass ich bald wieder fahren muss. Dann wieder wegfahren, sofort arbeiten müssen, Deadlines, nur Ärger mit Kunden (bin ja selbstständig), jetzt bis eben gearbeitet und wieder total erledigt. Musste ich mir jetzt wohl gerade von der Seele schreiben. Danke euch allen.

    Ich bin heute bei Tag 9 und habe schon so viele neue Erkenntnisse gewonnen… Auch ich glaube, dass ich nur mit kompletter Abstinenz vom Kiffen wegkomme. Ich sehe es bei meinem kleine Bruder, der ist auch 30, genau wie du Franzl. Ein super Typ, aber auch süchtig, seit er zwölf ist schon. Er hat zwar den täglichen Konsum gestoppt, giert jetzt aber wie ein Quartalssäufer gelegentlichen Kiff-Exzessen hinterher, die er sich dann alle paar Wochen „gönnt“ und es sich dann total gibt, bis nix mehr geht. Vor Kurzem habe ich ihn noch ausgelacht, wie er das macht, hab zu ihm gesagt: Dann mach es doch lieber wie ich, lass den Tabak weg, hör mit dem Rauchen auf, hol dir einen Vulcano.

    Weil ich, ich hatte das ja voll im Griff, seit 15 Monaten Nichraucher, nur abends kiffen, nur zwei, drei Ballons aus dem Vulcano, wenn die Kinder im Bett sind, ist ja nicht rauchen, nur verdampfen. Eigentlich waren es aber meistens sieben oder acht Ballon jeden Abend, wenn ich ehrlich darüber nachdenke. Und auch mal mehr. Wenn er das so hin bekommt, ist das immer noch besser als es jeden Tag zu tun. Ich könnte das nicht.

    Mein Bild von Cannabis ändert sich schon ein wenig, auch wenn ich vorhin, als ich hier supergenervt in die Tasten gehackt habe, schon für einen Moment wehmütig an den früheren Dunstnebel gedacht habe, mit dem ich sonst solche Stressphasen einfach weg-vaporisiert habe.

    Wir schaffen das. Ich folge deinem Beispiel und wünsche dir, dass du weiterhin so stark und klar bleibst. Macht es gut.

    1. Danke. Eine schöne kleine Gemeinde sind wir hier.

      Oh, ja: Wut, Hass, Trauer – all diese Gefühle kannte ich viele Jahre gar nicht mehr. Ich dachte immer, es wäre eine positive Eigenschaft, dass ich so relaxed bin und mich nicht über Kleinigkeiten aufregen, aber heute glaube ich das ich schlicht nicht mehr in der Lage dazu war. Sieh es als gutes Zeichen, dass du heute morgen den Ticketschreiber angeraunzt hast. Er kann nix dafür, das weißt du ja selbst. Aber er wird es auch ertragen.

      Bleib dran. Die Nächte werden bald besser.

      1. Ich bleibe dran, das auf jeden Fall. Ich würde nur gerne mal wieder durchschlafen. Bin echt total groggy, gestern Nacht wieder nur fünf Stunden Schlaf und diesmal war ich ein Geisel in irgendeinem Krieg. Irre, was ich seit dem Aufhören für Träume habe…

      2. Fünf Stunden. Das wäre wunderschön. Sonntag auf Montag von zwei bis sechs gepennt und gestern auf heute von halb drei bis sechs. Natürlich völlig zerstört gewesen tagsüber.
        Durfte heute schon um zwei Feierabend machen und bin dann prompt auf dem Sofa eingepennt. Tolle Wurst. Das bedeutet, dass mir heute auch wieder eine kurze Nacht bevorsteht. Ich bin begeistert.
        Wenigstens träum ich keine Sachen mehr, die mich heulend aufwachen lassen. Und wenn ich schlafe, dann Schlaf ich auch durch.
        Bloß muss es dazu immer erstmal kommen….
        Aussteiger, ich wünsche dir, dass sich deine Träume schnell wieder normalisieren. Das hat mir nämlich schon ungemein geholfen.

  4. Geiler Beitrag Franzl! Ich bin sehr dankbar für Deinen Blog, auch wenn ich den Ausstieg noch nicht geschafft habe. Aber dass ich gerade wieder bekifft Deinen neuen Blogeintrag gelesen habe, lässt mich billig und beschämt fühlen. Nicht per se erstrebenswert aber wohl genau das, was ich brauche. Mit nem Golf im Ferrariforum… Naja, meine Zeit wird kommen. „nachirgendwann“ :).

    Die Unterstützung, die Du von uns bekommst, ist schon fast Verpflichtung 🙂 Du bist nur froh und nicht stolz, eben bescheidener und realistischer… aber ich bin stolz auf Dich!

    Grüsse an alle
    Bicki

    1. Hey Bicki. Deine Zeit wird kommen. Das schlechte Gewissen ist ein guter Anfang. Ich habe so lange mit mir gehadert und einen Anfang gemacht und doch wieder angefangen zu kiffen. Jetzt fühlt es sich irgendwie richtig an und ist auch gar nicht mehr so schwer. Der Impuls kann nur von Innen kommen. Aber er wird kommen.

      LG, Franzl.

  5. Ach ja…… Die zeit verrinnt und ich kann einfach nicht pennen.
    Die Katze schläft kuschelig neben mir und zuckt hin und wieder mit Pfoten und Schnurrhaaren. Scheint zu träumen.
    Ich spiel eine runde Hearthstone nach der anderen, rauche Kette und gucke nebenbei King of Queens-folgen, bei denen ich mittlerweile mitsprechen kann.
    Draußen regnet es und hin und wieder ist ein Blitz zu sehen…..
    Morgen wird ein ätzender Tag, der Terminplan ist voll und mit ungeduldigem Chef und nur einer Kollegin wird das pures gerenne durch die Praxis. Naja, wenn ich dann um acht vielleicht mal feierabend hab (ich drück die daumen dass es nicht viel später wird) weiß ich was ich den Tag über geleistet habe und werde hoffentlich nicht so müde sein, dass ich schon um neun auf dem Sofa einschlafe.

    Jetzt fällt mir Simon ein, dessen Geschichte ich gestern gelesen habe, und denke an Rotwein, aber seit ich vor anderthalb Jahren den schlimmsten Kater meines Lebens hatte, trinke ich kaum noch Alkohol, weil er mir einfach nicht mehr schmeckt.
    Wir waren Freitags feiern und am Samstag ging es mir so schlecht, dass ich den ganzen Tag Kotzerei und todesdurchfall hatte. Konnte nicht mal nen Kopf Rauchen, um klarzukommen, weil ich beim Mische machen jedes mal wieder losgekotzt habe währenddessen. Abends hat mir ein Freund ne Tüte hingehalten, hab zweimal gezogen und sofort wieder gereiert.
    Warum ich das erzähle? Kann ich nicht genau sagen. Ist einfach in meinem Kopf.
    So, jetzt Ist es zwei, ich werde jetzt noch eine Rauchen und dann die Mieze schnappen und mich ins Bett chillen. Trotz absoluter Unmüdigkeit. -.-
    Ich wünsche euch allen einen angenehmen Mittwoch.

    1. Insomnia, Can’t get no sleep…

      Ma, ich hoffe, du hast deinen Schlaf gefunden. Ich bin um eins eingepennt, um kurz nach drei aufgewacht und hab mich bis jetzt, 5 nach 5, im Halbschlaf rumgewälzt. Jetzt geht wieder gar nix, ich liege im Dunkeln mit dem iPhone der Hand, muss an diesen alten Faithless-Song denken. Und an eine Rave, auf der ich 1996 war; ja, ich bin schon so alt. Ich mochte Techno nie, aber ’96 war mein Abi-Jahr und da hab ich alles mitgenommen in Sachen Partys. Und auch in Sachen Drogen, das war nicht nur die Kifferei damals. Das war eine krasse Zeit, ich war das ganze Jahr über nur unterwegs, im wahrsten Sinne. Was ich nicht bereue, mein Gott, ich war 19. Und hab danach auch wieder brav alles sein lassen, was wir damals ausprobiert haben, also Ecstasy, Speed und auch ein Paar mal LSD. Das Kiffen aber ist geblieben, all die Jahre. Was mich gerade beschämt, verdammt, ich bin jetzt fast doppelt so alt wie damals.

      Tag 10 bricht an und ich möchte Franz‘ Blog nicht mehr missen und euch, bei denen ich mich verstanden fühle.

      Aufstehen oder Kaffee machen und schon ein bissl arbeiten und dann später am Vormittag noch mal hinlegen? Was gestern aber auch nicht geklappt hat, als ich mich am Nachmittag nochmal für eine Stunde schlafen legen wollte. Ich weiß es nicht, ich fühle mich komischerweise gerade gar nicht so fertig wie ich eigentlich müsste.

      Unglaublich, was das Kiffen in mir angerichtet hat; vor 11 Tagen konnte ich 9 Stunden komatäs durchschlafen, war danach aber auch nicht fit, sondern „durch“. Jetzt bin ich klar und meine Augen sind weit auf. Ich wünsche euch einen guten Tag mit guten, echten Gefühlen und Momenten, die uns weitermachen lassen.

      1. P.S. 5:41 Uhr, kein Schlaf mehr, dafür tiefe Traurigkeit. Ich will heute fit sein und am Nachmittag nach Hause fahren, um meine Kinder zu sehen. Mein Kleiner hat Fußballtraining. Aber ich weiß nicht, ob ich das so übermüdet schaffe, den Smalltalk mit den anderen Eltern, meine Frau sehen. Das macht mich sehr traurig, denn sie fehlen mir, auch meine Katzen fehlen mir – Ma hat mich mit ihrem Eintrag daran erinnert, wo sie von ihrer Katze schrieb.

        Scheiß drauf ich mach jetzt Kaffee.

  6. Halb drei, viertel vor drei. So in dem Dreh. Heute war das aufstehen echt hart, hab die Augen kaum aufhalten können.
    Ich glaub dir sofort, dass dir deine lieben fehlen und wünsche dir von ganzem Herzen, dass sich das alles wieder regelt. Wenn du zum Training gehst, drück ich dir die Daumen, dass du auch das gut überstehst…

    Schon verrückt, wie sehr einem dieser Blog hilft. Anscheinend allen von uns.
    Fühlt euch alle gedrückt.

  7. also muss sagen verfolge den blog nun täglich. sehr interessant wie nahe alle entzüge beieinander liegen. aber muss wohl der der droge an sich zugesprochen werden, ganz klar. schließlich waren alle leidenden vom ein und dem selben stoff abhängig.

    bin nun seit fast 6 wochen clean. würde behaupten dass alle entzugserscheinungen und ähnliches weg sind. kp warum es doch so schnell ging, im vergleich zu franz z.B. könnte daran liegen, dass ich im laufe des letzten jahres schon die ein oder anderen anläufe hatte zum aufhören. teilweise sogar mit 2 wochen kompletter abstinenz und keiner schlaflosigkeit mehr. trotz dieser kurzerfolge bin ich damals wiederauf dem asphalt aufgeschmettert. denke das war als die seele am meisten gelitten hat, gerade wenn man anfängt das eigentliche ICH zu suchen, selbstmitleid und so. war alles vorhanden und war wohl zu viel für mich.

    aber naja, bin wie gesagt im mom clean und schon froh darüber, treibe viel sport, bin aktiver, nicht mehr so reizbar, ausgeglichener, erfolgreicher im job und im umgang mit kollegen.

    aber was mich nun wieder zu diesem kommentar bewegt, ist die tatsache warum ich aufgehört habe, und warum ich diese pause mache um in einigen wochen wieder mit dem kiffen anzufangen. hört sich bekloppt an, aber nunmal eins nach dem anderen. meine gedankengänge möchten verstanden werden, bzw. will selber verstehen warum ich diese dinge so sehe wie im moment. wer weiss vllt ändert sich meine meinung mit der zeit der abstinenz. aber sehr komisch denn als ich mal nen 3 monatigen brake hatte ging es mir genau so. es ging darum ne pause zu machen um dann wieder voll im kosmos zu leben. denn man darf nicht vergessen warum wir alle 5, 10 oder 20 jahre gekifft haben. nicht aus zwang. doch klar sicherlich auch, durch die sucht. aber schließlich haben wir alle gekifft weil es ein genuss war, eine erfüllung. man hat das leben aktiver erlebt, die farben, das scheinen der sonne, diese frühlingsgefühle, es war alles viel intensiver das lebensgefühl. das leben in HD nunmal. so war es doch.

    nur muss man sich dann klar werden ab wann dieser punkt erreicht war, ab dem man angefangen hat zu zweifeln an seinem jahrelangen konsum. warum kiffte der eine 5 jahre bis zu seinen gewissensbissen und der ander 20 jahre. was ich meine ist, es muss einen auslöser gegeben haben. ich glaube nicht, dass man sich sagt: „so jetzt habe ich 20 jahre gekifft, es geht nicht mehr so weiter“. es muss einen auslöser gegeben haben. so war es zu mindest bei mir.

    irgendwann wachsen einem nunmal die problemem über den kopf. bzw ausgelöst durch das kiffen erscheinen einem die probleme so weltbewegend, dass man alles aufs kiffen abtut bzw dem kiffen die schuld gibt. glaube auch dass es nur der fall ist wenn jemand wirklich zum hardcore kiffer wird und nichts anderes im kopf mehr hat als kiffen. deshalb erscheinen einem die probleme, die sich mit dem kiffen schneiden, bzw so einschneidend ssind, dass wenn sie gelöst werden wollen der regelmäßge konsum darunter leiden würde. und dann erscheinen diese probleme mächtiger denn je und dann fängt man nämlich an am kiffen zu zweifeln. würde darauf zurückführen, dass alle probleme mit dem kiffen auf die konsummenge und der intensivität des konsums zurückzuführen sind.

    nun bin ich froh dass ich auch endlich mal den faden finde, warum ich diesen kommentar verfasse. könte locker nochmal 5 std. weitertexten aber muss mich dann auch gleich mal für die arbeit fertig machen. wie auch immer

    aus diesem grunde denke ich, dass ich nun ne satte pause machen werde, um das leben dann auch wieder in HD zu switchen.denn es war nunmal ein genuss. kp. ich habe diese droge so heftig erkannt und sie in mein herz geschlossen. trotze meiner aktuellen fast sechswöchigen abstinenz gilt mein jeder 2 gedanke dem geruch von weed. diese welt die sich auftut, wenn ich mein gesicht in nen 50g beutel haze halte, welches ich gerade frisch aus maastricht importiert habe. xD shhhheit solche momente im leben vergisst man nie und diese will man numal nicht missen. kp. vllt ist das meine ansicht der dinge

    aber auf jeden fall waren mir auch meine probleme irgendwann über den kopf gewachsen. selbst die kleinsten dinge, wie rechnungen bezahlen, termine beim zahnarzt . . . jeder hat da seine eigenen dinge, verfolgten mich schon gleich nach dem aufwachen und am start in den tage. selbst als dann der erste joint gefrühstückt wurde, hatte man nur to do dinge im kopf und diese lassen einen nicht mehr los. sie werden immer mehr und mehr. und da man durchs kiffen eh schon hart sensibilisiert ist was gefühlswelten und wahrnehmungen anbetrifft nimmts einen numal doppelt und dreifach mit. so ist das kiffen nunmal. und wenn man dann schon 10 jahre hardcorekiffer ist, gibt man dem kiffen die schuld. ist ja auch so. schließelich wird alles durchs kiffen verursacht.

    aber wenn man ne gepflegte pause macht und sich nen halbes jahr absetzt kann man das leben wieder geniessen und genüsslich kiffen. die probleme sind dan wieder auf null gesetzt. nach einer satten pause ist das dann wieder so, als ob man nie im leben gekifft hätte. die kleinste menge befördert einen dann wieder in einen komplett fremden orbit. und bis die harte toleranz wider kommt vergeht dann schonmal nen halbes jahr dauerkonsum, indem man welten und gefühle durchlebt, die numal schön sind. sonst hätten wir alle ja nicht mehrere jahre gekifft. muss ja wohl was dran gewesen sein.

    scheiße, so ich widme mich jetzt mal dem ende. aber so ist nunmal meine ansicht der dinge. rauche nicht, trinke nicht, mache viel sport. aber mir fehlt was im leben, was mit hobbys und beschäftigung nicht zu ersetzten ist.

    vllt ist es auch nur bei mir so, denn ich denke mal das ist auch eine sache der psyche. und jeder hat seine eigene. vllt liegt es auch daran dass ich noch nicht endgültig davon weg bin. aber wie gesagt, meine höchste abstinenz waren fast drei monate glaube, ist auch schon mehrere jahre her. aber wie lange soll der mensch denn noch süchtig bleiben, wenn mein verlangen nach meiner liebe trotzdem so groß war kp.

    bitte meine rechtschreibung zu entschuldigen, bin auch nicht so der schreiber und habs eilig. hoffe es ist deutlich geworden was ich sagen wollte

    1. Siggi, ich verstehe was du meinst. Und d denke ich die letzten Tage oft dran, wie mich ein Kopf jetzt aufs Sofa drücken würde. Und vermisse es auch. Je länger ich drüber nachdenke, desto sicherer bin ich, dass ich nicht nie wieder kiffen will, aber es darf echt nicht mehr diese Ausmaße annehmen. Ich befürchte aber auch, dass mein suchtgedächrnis so geprägt ist, dass ich dann wieder schnell in mein altes Konsummuster zurückfalle.
      Letztendlich hab ich das auch schon gemacht, zu meiner Anfangszeit als Kiffer, mal ne Woche nicht kiffen, damit es wieder schmettert.
      Aber da kam ich auch gut drauf klar, dass nicht geraucht wurde und lag dann nicht die ganze Woche überdreht und pissig im Bett…..
      So verlockend es auch wäre, jetzt nen dicken Hobel zu Rauchen, im Moment will ich das gar nicht.
      Ich komm morgens schneller klar, als noch mit weed, muss nicht erstmal ne Kippe Rauchen, bevor ich dusche. Das hab ich da nämlich grundsätzlich gemacht. Augen auf, Kippe an, klarkommen, pinkeln, Duschen. Jetzt ist es Augen auf, pinkeln, Duschen.
      Ich esse wieder halbwegs normal. Ich hab in der Regel lieber gekifft als mir was zu essen gemacht.
      Feierabend, nach Hause kommen, Kopf Rauchen, pinkeln, Kopf Rauchen, entspannen, Kopf Rauchen, entspannen, Kopf Rauchen, vielleicht was zu essen machen, aber lieber erstmal irgendnen Schrott (balisto, Nippon, Chips) gefuttert.
      Jetzt komm ich nach Hause und hab Mega Hunger. Mach mir gleich was zu essen. Wobei man dazu wissen sollte, dass ich ungefähr einmal im Monat von patienten angesprochen werde, ob ich denn genug esse, ob es mir gut geht, ob ich magersüchtig sei, weil ich eben so dünn bin und Pommesärmchen habe.
      Finde i h aber eigentlich sehr frech, weil ich zu dicken Leuten ja auch nicht Sage „oh, sie sind aber dick, haben sie nicht vielleicht zu viel gegessen? Sind sie adipös?“ ^^
      Nun ja, wie dem auch sei, im Moment merke ich was ohne kiffen anders sein kann, bzw. Ich sag mal ohne übelsten Dauerkonsum….
      Wer sich bei mir beliebt machen wollte hatte mir, wenn ich nach Hause kam, schon nen Kopf gestopft…

    2. Interessante Sichtweise von Siggi. Ich kann für mich nur sagen, das ich das Leben erst jetzt wieder „in HD“ entdecke, während ich abstinent bin. Ich werde wieder viel offener, rede/skype/telefoniere gefühlt fünf Mal so viel wie noch vor kurzem. Ich sehe die Natur wieder, ihre Schönheit, bin todmüde wegen der Schlaflosigkeit der letzten Nächte, aber ich bin dankbar für die Echtheit meiner Gefühle. Heute ist so viel passiert, ich muss das erst mal wirken lassen, vielleicht berichte ich morgen davon. Ich bin mir für mich sicher, dass ich vor allem verdrängt und ausgeblendet habe durchs Kiffen. Ich werde es nicht mehr tun, ich will wieder vom Leben high sein.

  8. Ein Blog im Blog. Ich freue mich über jeden Kommentar von Euch. Heute Nacht war ich zwischen 3 und 4 auch wieder ne Stunde wach. Zwischendurch habe ich auch wieder davon geträumt zu kiffen. Ich verstehe Siggis Standpunkt. Die Nase in einer Beutel Haze halten: was ein schöner Geruch. Der erste Zug an einer dicken Tüte, wie habe ich das geliebt. Ich war gern Kiffer, habe es genossen ein kleines Apothekerglas auf dem Wohnzimmertisch zu haben, in dem sauber geerntete, kleine, glitzernde Buds darauf warteten gegrindet und sorgfältig „eingetütet“ zu werden. Das Knistern von gutem Gras. Der dicke Rauch. Wunderbar.

    Aber gleichzeitig denke ich heute daran, warum ich das so geliebt habe. Ich habe mich danach zurückgelehnt und meine ToDo-Liste vergessen. Es ist für mich ganz einfach. Ich möchte die Dinge angehen, die ich erledigen will. Ich möchte mich nicht mehr zurücklehnen. Ich möchte mehr leben. Kiffen hindert mich daran. Solange ich noch offene Punkte auf meiner Liste habe, werde ich nicht mehr kiffen. Sollte ich irgendwann mal absolut zufrieden sein, probiere ich es vielleicht noch einmal. Aber diese Zukunft ist nur ein Szenario und ist momentan auch nur ein Traum.

    Momentan sehne ich mich nach einem High, aber keinem Drogen-High, sondern einem Lebens-High. Ich habe ein konkretes Ziel. Ich möchte noch einmal vier bis sechs Wochen am Strand sein, wissend das ich zu Hause alles geregelt habe, surfen und Spaß haben. Und danach will ich richtig angreifen. Erfolgreich sein in meinem Beruf. Bis ich diese Dinge nicht erledigt habe ist Kiffen Tabu, ohne das ich mich eingeschränkt fühle. Ob ich dann überhaupt wieder kiffen will, weiß ich nicht und ich will es geduldig abwarten. Ich möchte die Option weder kategorisch ausschließen, noch will ich die Belohnung mit Gras als Ziel definieren. Mein Ziel ist ein glücklicher Franzl, der wieder weiß wer er ist und was er kann.

    „Vom Leben high sein“ – Der Aussteiger sagt es. Glück kann man nicht rollen, man kann sich nur ein bisschen Sorglosigkeit von Morgen borgen. Aber glücklich muss man sein. Ich bin es momentan nicht. So einfach ist das.

    1. Erstmal: Ich habe gestern Nacht das erste Mal wieder durchgeschlafen, fast sechseinhalb Stunden. Ich bin zwar mit brutalen Kopfschmerzen aufgewacht, die sich heute durch den ganzen Tag gezogen haben und bin auch allgemein ziemlich fertig, aber trotzdem sehr dankbar, dass sich mein Körper wohl geholt hat, was er braucht. Bin gespannt wie es in Sachen Schlaf weitergeht.

      Und: Schön gesagt, Franzl. Meine To-do-Liste auch sehr lang. Ich kann Siggi natürlich auch verstehen, so ist es nicht. Was waren das für Momente, wenn man mit einem fetten Beutel gutem Haze zu den Kumpels eingelaufen ist, wir Musik hörten, über das Leben philosophierten, einen nach dem anderen bauten, Lachflashs und irgendwann Fressflashs.bekamen. Es waren viele gute Momente dabei.

      Aber ich bin jetzt 37, ich habe 21 Jahre meines Lebens gekifft, nicht durchgehend, es waren auch mal Phasen dabei, wo ich ein Jahr clean war. Aber es ist immer wieder darauf hinausgelaufen — spätestens dann, wenn ich dann „nur mal einen rauchen“ wollte, dann vielleicht noch ein bisschen was übrig hatte, dann hab ich am nächsten Tag doch schon wieder gekifft.

      Ich habe schon die feinsten und teuersten Gras- und Hasch-Sorten gekifft, war bestimmt an die zehn Mal zum „Kiff-Urlaub“ in Amsterdam. Ich habe Eimer geraucht, Joints, Purpfeifen, diverse Bonngs von der kleinen Hand-Bong bis hin zur teuren, handgemachten eisgekühlten Blubba, sogar Dosen zur Pfeife umfunktioniert, und jetzt am Ende eben 15 Monate den Vulcano-Vaporizer. Ich hab in der Badewanne gekifft, auf dem Klo, im Bett, im Auto beim Fahren, auf dem Rücksitz eines Motorrads, nach dem Sex, vor dem Sex, im Stehen, im Liegen, überall, zu jeder Uhrzeit schon. Ich habe Gras im Flugzeug mit in diverse Urlaube geschmuggelt, ich habe Gras über diverse Grenzen im Auto geschmuggelt. Ich bin sogar mal jeweils 120 Kilometer mit dem Auto hin- und zurück gefahren wegen einem einzigen Gramm mäßigem Hasch. Es gibt eigentlich nichts, was ich in diesem Punkt nicht gemacht habe.

      Es hat sich jetzt einfach ausgekifft, ich will/darf/kann es nicht mehr, und auch wenn ich es nicht kategorisch ausschließe, es irgendwann doch mal wieder zu tun, so denke ich, nur die konsequente Abstinenz kann für mich der einzige Weg sein. Mein Suchtgedächtnis scheint besonders ausgeprägt zu sein, das habe ich leider nie gecheckt. Mal sehen, wie sich meine Sicht darauf in der nächsten Zeit entwickelt. Wahrscheinlich muss jeder seinen eigenen Weg finden.

  9. Hey Aussteiger, Dein letzter Kommentar gefiel mir. Das meiste könnte ich selbst geschrieben haben… Ich bin jetzt 39 und hab auch gut 20 Jahre gekifft. Mal mehr, mal weniger. Schon eher mehr 🙂 Ich hatte auch im Flieger dabei, im Auto über Grenzen. Auf Business-Trip im 5 Sternehotel in London, im Krankenhaus und an vielen anderen unpässlichen Orten. Die letzten wenigen Jahre jedoch habe ich nur noch zuhause und teilweise am See im Sommer gekifft. Das ist auch gut so. Früher waren beispielsweise Familienessen und dergleichen immer ein Albtraum für mich, weil ich wusste, dass die eeeewig dauern und ich nicht zum kiffen komme. Als ich mir dessen gewahr wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass mich die Kifferei total dominiert! Ich kiffe zur Zeit zwar immer noch jeden Abend aber ich muss nicht mehr unbedingt dringend nach hause, dass ich kiffen kann. Ich kann die Zeit ausser Haus durchaus geniessen, ohne bekifft zu sein.

    Was mir beim Durchlesen der letzten Kommentare unserer coolen Community hier aufgefallen ist, dass sich fast jeder die Tür in der Zukunft noch offen lässt, vielleicht doch mal wieder einen zu rauchen… Ich dachte dann sofort: „ja, ja, typisch! Könnt‘ von mir sein!“ Ist es nicht die Sucht, die diese wehmütige Aussage speist? Ich hab ja noch nicht mal aufgehört und sage mir immer, dass es ja nicht für immer sein muss. Türchen offen halten. Glaube Aussteiger hat geschrieben, dass nur 100%ige Abstinenz klappt. Sehe ich auch so. Ich will diese spiessige Ansicht eigentlich gar nicht haben aber mein Kopf sagt mir, dass es so ist.

    Fällt mir grade ein, Franzl, Du hast kürzlich Bedenken geäussert, Du könntest Dich zum Spiesser wandeln, weil Du Tatort gekuckt hast und den neuen Helene Fischer-Song nicht schlecht findest. Da musste ich wirklich schmunzeln, weil ich mich doch auch dabei ertappt hatte, beim Tatort mehrfach hängen geblieben zu sein. Da fragt ich mich auch ob ich jetzt ein Schweizer Bünzli werde!? Übrigens Helene Fischer hat mich seit Ihrer Weihnachtshow völlig verzaubert, obwohl ich überhaupt gar nicht auf Schlager stehe! Die Leser mögen sich hier jetzt ein Schäm-Smiley vorstellen…

    Freie Fahrt für alle!

    Grüsse
    Bicki

  10. Scheisse. Ihr habt recht. Sucht. Pure sucht. Das ärgert mich grad. Und es ist sooo wahr. Ich weiß, dass ich es wegrauchen würde, wenn ich mir was kaufe. Also fällt das für mich flach. Ach Kacke.
    Das sind Dinge, die ich jetzt wohl auch gar nicht beurteilen kann. So frisch clean und ohne das ganze richtig reflektiert beurteilen zu können, weil ich einfach noch viel zu sehr drin stecke.
    Franzl hat mal gesagt, ein Jahr ohne Joint ist sein Ziel. Das erste jedenfalls. Und ich glaub, wenn das geschafft ist, sieht man die Dinge wohl auch wieder anders. Ich will mir diese entzugsbedingten Begleiterscheinungen eigentlich nicht nochmal geben. Aber wenn ich 70 bin und nicht mehr vorhabe, nochmal aufzuhören, wer weiß. Ich sag ja auch nicht, dass ich dann definitiv wieder anfange….

    Mist, das ist echt pure sucht.

    Hmm. Ich muss drüber nachdenken. Und eigentlich kenn ich die Antwort schon. -.-

    1. Mir geht’s gerade richtig dreckig, Frau und Kinder waren da, wir hatten einen schönen Tag in der Stadt, jetzt bin ich wieder allein (im Haus meiner Mutter) und ich bin tieftraurig. Es ist einfach eine ganz miese Situation, jetzt bin ich schon drei Wochen weg von daheim, davon 13 Tage clean. Ich zieh das jetzt durch.

      Sorry, ich weiß gerade nicht wohin mit mir, allein das ist schon so traurig, denn ich habe gerade niemanden, mit dem ich reden könnte. Fast alle meine Freunde und Kumpels sind regelmäßige „Jeden Tag“-Kiffer, genauso wie ich bis vor Kurzem. Was soll ich denen erzählen, sie würden es mir wohl gar nicht glauben. Also behalte ich das erst mal für mich und versuche, mit klarem Kopf und offenen Augen herauszufinden, wer ich bin und was ich wirklich will und was nicht.

      Bicki hat Recht. Machen wir uns doch nichts vor – ich glaube fast alle, die hier gelandet sind, können keine „Genusskifffer“ sein, die mal zwei, drei Mal im Jahr zu ganz besonderen Anlässen einen Joint, eine Bong, einen Ballon, was auch immer, genießen.

      Würden wir das können, dann hätten wir das doch getan, oder nicht? Ich verdamme das Gras nicht, das ist eine wunderbare Sache. Aber ich kann damit eben nicht umgehen. Werde es wohl auch nie können. Und ich würde mich auch gar nicht trauen, es herauszufinden. Ist wie mit dem Rauchen, ich habe jetzt über 15 Monate aufgehört. Eine Zigarette, und ich wäre direkt wieder dabei, da bin ich sicher.

      Ich wäre jetzt gerade genau in der richtigen Stimmung meine Traurigkeit wegzukiffen. Aber jetzt gibt es keinen Weg zurück mehr. Ist schon ziemlich hart, sich seinen ganzen echten Gefühlen zu stellen.

      1. Oh Mann. Sei traurig. Das ist völlig okay. Es ist, wie das Träumen, einfach ungewohnt. Lass es zu und setzt Dich mit der Traurigkeit auseinander. Das ist der Schritt sie zu überwinden.

        Wenn ich die Situation richtig einordne, gibt es ja auch einen sehr konkreten Grund dazu. Du fühlst noch oder vielleicht auch wieder. Das ist gut. Sprechen hilft. Halt die Augen offen, es gibt sich jemanden mit dem du offen sprechen kannst.

        Gerade in diesen Zeiten sehnen wir uns alle nach einem bisschen Gras. Aber genau das ist der Punkt. Alles wird ein bisschen weicher, besser wird es nicht. Halte durch, sammele Kraft und greif wieder an, wenn es Zeit dazu ist.

        Lieber Gruß,
        Franzl.

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