7 Stunden REM-Schlaf

Ostern ist durch und tat mir gut. Den Feiern meiner kläglichen Familie bin ich aus dem Weg gegangen. Dafür bin ich viel gelaufen und hoffe den Rhythmus jetzt wieder beibehalten zu können. Sport tut wirklich gut. Außerdem war ich viel mit Freunden unterwegs, was auch die Stimmung aufhellt.

Heute morgen bin ich allerdings wieder im Alltag und muss sagen, dass ich immer noch nicht ordentlich schlafe. Ich habe das Gefühl, dass mein Schlaf ausschliesslich aus REM-Phasen besteht. Die Träume sind noch immer sehr lebendig und beschäftigen mich schon sehr. Es passiert auch noch immer, dass ich davon Träume zu kiffen und im Traum Ausreden entwickele, warum ich in diesem Moment einen Joint brauche. Sehr merkwürdig. Am Tag habe ich diese Gedanken nicht und bin sehr happy mit der Abstinenz.

Ich bin morgens echt müde und komme nur sehr schwer aus dem Bett. Bin ich einmal aufgestanden und geduscht, ist alles in Ordnung. Es kommt mir einfach vor, als käme ich nicht in den Tiefschlaf und bewege mich nachts von Traum zu Traum, ohne wirklich erholsam zu schlafen.

Hat Jemand von Euch da ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich werde das aussitzen. Irgendwann wird sich mein Körper wohl auch wieder einpendeln, aber es ist schon erschreckend. Für mich ist das ein klares Zeichen, dass die vielen Jahre des Konsums ihre Spuren hinterlassen haben. Und ein sehr guter Grund nicht wieder in alte Konsummuster zu verfallen.

Zeit heilt alle Wunden. Also verrinne, Zeit, verrinne. Ich möchte mich weiterentwickeln, und ich möchte Ziele erreichen und eigentlich keine Zeit vertrödeln. Aber momentan fühle ich noch Gefangen und sehr schwach. Ich brauche neues Selbstbewusstsein und das muss ich mir erarbeiten. In kleinen Schritten. Durchhalten ist wichtig. Kleine Erfolge muss ich auch mal wieder feiern.

Früher habe ich mich von Joint zu Joint durchgeschlagen. Die Zeit dazwischen war Notwendigkeit. Heute fühlt es sich an, als würde ich mich von Ruhephase zu Ruhephase kämpfen.

Den Moment zu leben, dass muss ich wieder neu lernen.

 

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4 Kommentare

  1. Also erstmal drei Monate! Yeah! Ja, du hast schon recht, nicht kiffen ist keine Leistung – eigentlich…. Aber zehn Jahre alte Gewohnheiten durchbrechen ist anstrengend. Und deshalb: Yeah!!! 😀
    Find ich interessant, dass du noch so schlafprobleme hast. Ich glaub, ich hab in den ersten zwei, drei Wochen fünfmal geträumt, davon dreimal so, dass ich echt heulend aufgewacht bin und ne Weile nicht klar kam… Letztendlich ging es darum, dass ich verfolgt und gehasst wurde, weil ich gekifft hab, oder weil meine Mama jemanden mit ner paintball Waffe so erschreckt hat, dass dieser mit nem Panzer (WTF?!) gegen eine Wand gefahren und verstorben ist. Und seitdem träum ich wieder nicht mehr..
    Und wenn ich eingeschlafen bin, Schlaf ich auch durch.. Wenn. Wobei mittlerweile normalisiert sich das auch wieder, ich Sitz nicht mehr bis drei rum und komm nicht runter, ich Schlaf eigentlich spätestens um 1 ein.
    Einer der Gründe weshalb ich auch nicht mehr haschen wollte, war ja, dass ich jetzt hier in Monaco nicht meinen akuten Entzug haben wollte. Und das geht auch ganz gut. Gestern so mit Flug und so war das alles ok, heute, im Hafen direkt am Mittelmeer mit Blick auf eine Milliarde Fische hätte ich schon gerne ne Tüte geraucht. Aber es war kein fieses Eichhörnchen, dass ewig auf meiner schulter gechillt hat, sondern ein kleines und es ist einfach nur schnell vorbei gehuscht…..
    Kiffen, um die Situation zu optimieren, oder so..
    Allerdings läuft man hier ständig an Kiffern vorbei und wenn mir der Geruch in die Nase steigt, hab ich auch Bock. Aber nur kurz.

    Ja, zehn Jahre hinterlassen ihre Spuren, es gibt ein Lied von K.I.Z, in dem eine Zeile lautet „man raucht die Scheiße ein Jahr, doch man altert sieben“. Die sitzt fest in meinem Kopf. Doch wenn es so wäre, wär ich jetzt fast 90 und so schlimm ist das alles noch nicht 😉

    Schön, dass du Ostern gut hinter dich gebracht hast.
    Ich bin auf jeden fall in Gedanken oft bei dir..
    Sonnige Grüße von der Côte d’Azur. 🙂

  2. <>

    Was für eine geile und treffende Aussage! Bringt es wirklich voll auf den Punkt! Wenn ich allerdings diesen doch eher beklagenswerten Euphorismus ausblende, ist es erschreckend, das Leben zwischen den Joints als Notwendigkeit zu betrachten. Hat mich dieser Dreck wirklich so krass im Griff? Ganz derbe Scheisse…. Ich muss aufhören mit dem Mist – definitiv! Aber ich spüre die Kraft dazu noch nicht. Hoffentlich kommt sie bald.

    btw, Ma, ich kann Dich beruhigen. Unmöglich, dass man 7 Jahre altert. Ich wär schon so was von tot, das glaubst Du gar nicht 🙂

    zurück zu Franzl: Da ich ja kein wirklicher Mitstreiter bin (zur Zeit), kann ich Deine Traumsorgen nicht direkt nachvollziehen. Was ich Dir aber sagen kann, ist, dass ich, wenn ich ein paar Tage bei meiner Freundin übernachtet habe und nichts zu kiffen eingepackt hatte, dann schon am 2ten Tag bzw. in der Nacht mit lebhaften Träumen beschenkt wurde. Alpträume gabs auch aber eher selten. Laut Berichten von Schlafforschern heisst es doch – so meine ich jedenfalls – dass wir jede Nacht träumen würden, uns aber oft nicht daran erinnern. Als Kiffer weiss man, dass man nicht mehr träumt. Das ist bekannt in der „Szene“.

    Ich bin überzeugt, dass sich das einstellen wird. Schliesslich muss sich Dein Körper an das „neue“ Leben erst gewöhnen. Aber das wird es alleine nicht sein. Aus Deinen Beitragen war es explizit, wie auch implizit zu erkennen, dass Du noch ein paar persönliche Baustellen in Deinem Leben hast. Dass dich diese in der Nacht verfolgen, liegt nahe.

    Ich gehe ja alle 2 Wochen seit vielen Jahren zu einer Psychiaterin… Nicht, dass ohne nicht auskäme, aber es tut mir gut, hilft mir, mein Leben besser zu meistern. Ich sehe sie eher als einen Life Coach mit medizinischem und psychologischem Know-How. Vielleicht als Idee….

    Bleib stark.

    Grüsse
    Bicki

    1. Hi Bicki. Ja, ich hatte auch schon ein paar Sitzungen beim Therapeuten und bin lose für die Zukunft mit ihm verabredet. Ich finde auch, Jeder sollte das mal machen.

      Du wirst auch Deinen Startpunkt finden, Bicki. Ich bin sicher.

      Lieber Gruß,
      Franzl.

      Auch fette Grüße nach Monaco.

  3. Früher habe ich mich von Joint zu Joint durchgeschlagen. Die Zeit dazwischen war Notwendigkeit.

    das war die Aussage, auf die ich mich in meinem vorigen Post bezogen hatte. Ging unerklärlicherweise verloren…

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