Statusbericht: 3 Monate

Jeder Kiffer hat sein Behältnis.

So. 3 Monate sind also rum und ich will kurz einen Statusbericht abgeben. Vor allem für mich. Ich kann noch immer nicht durchschlafen und fühle mich seit Wochen schlapp. Ich mache weniger Sport, als ich es von mir gewohnt bin und rauche, wie ein alte Dampflok am Hang. Ostern steht vor der Tür und ich werde mir grad sehr meiner Einsamkeit bewusst. Ich habe keine Lust auf meine Familie und meine Freunde. Alleine sein möchte ich allerdings noch weniger. Wertlos. Die letzten Wochen habe ich mich um das Wort Depression gedreht. Ich möchte niemandem zu Nahe treten, der diese Krankheit hat, aber für mich wäre das eine Ausrede – ich empfinde oft genug wahre Freude. Ich muss sie nur wieder wecken, diese Freude. Sport machen, Menschen zum Lachen bringen. Dumme Gedanken denken, dann aber auch vergessen und positive Gedanken sammeln und verwerten. Dafür mache ich das Gras nicht mehr verantwortlich. 2011 war ich auf dem Weg zum Glück, ich erinnere mich genau. Ich kiffte viel, aber ich hatte ein Ziel vor Augen und habe darauf hin gearbeitet, war happy und das Glück kam mir zugeflogen. Das Ziel war eine lange Reise und ich habe es erreicht. Danach habe ich kein neues Ziel gefunden und den Mut verloren.

Nicht zu kiffen ist echt nicht die Leistung. Ich träume regelmäßig, dass ich einen dicken Joint im Mund habe und mir eine Ausrede ausdenke, warum ich diesen gerade dampfe. Dann wache ich auf, wundere mich und brauche einen Moment, um zu begreifen, dass ich meine Abstinenz gar nicht wirklich unterbrochen habe. In den wachen Momenten, in denen ich normalerweise in meine Box gegriffen habe, um mit dem Geschick eines Experten eine schöne Tüte zu drehen, denke ich noch ans Kiffen, aber es kommt mir fremd vor. Suchtdruck verspüre ich eigentlich nicht. „Jetzt ein schöner Joint“, dieser Gedanke kommt nicht. Ich suche nach Spaß, nicht nach Verdrängung. Wenn ich die Leichtigkeit des Lebens wieder gefunden habe, da bin ich mir sicher, dann wird auch die Sehnsucht nach dem High wieder kommen und ich muss mich einfach dagegen wehren aus Spaß zu kiffen, wenn ich eh schon fröhlich bin. Wir werden sehen, wie das klappt.

Das waren drei Monate der Melancholie. Das Momentum umzudrehen ist jetzt entscheidend. Ich weiß, was ich zu tun habe: Kräfte sammeln und es anpacken. Das Leben organisieren, eine Baustelle nach der Anderen angehen und abarbeiten. Ich muss wieder ein konkretes Ziel vor Augen haben. 12 Wochen habe ich mich jetzt zurückgelehnt und abgewartet, dass es besser wird. Wer soll es denn besser machen, wenn ich die Füße hochlege und mich zudecke?! Mama vielleicht?

Erkenntnis ist so ein Wort, das sich durch diesen Blog zieht. Ich schreibe diese Zeilen und halte mich für schlau, dass ich erkenne. Es ist nicht einfach aus Gedanken einen Impuls zu generieren, aber ich werde es versuchen. Es ist jetzt an der Zeit.

Dieser Feierabend-Joint: warum war der denn so wichtig und heilig? Was hat er verändert? Jetzt lege ich mich zu der Zeit auf die Couch und bin verwirrt und nachdenklich, scrolle ne Stunde schwachsinnig durch den Taschencomputer während im TV Quatsch läuft. Zeit ist doch wertvoll. Ich rede mir ein kraftlos zu sein und schlafe oft mehr als zehn Stunden. Damit muss jetzt Schluss sein.

Weiter geht’s zu Phase 2.

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