High and Low.

Gestern hatte ich einen Moment, den ich für wichtig halte. Die Nacht war kacke und ich hatte morges gleich einen unangenehmen Zahnarzttermin. Danch war ich ein bisschen dizzy von der Betäubung und wollte eigentlich nur noch ins Bett und mich unter der Decke verkriechen. Nicht weil die Sache beim Zahnarzt so schlimm war, sondern weil ich mich einfach beschissen fühlte. Das passiert häufiger. Ich möchte an der Stelle nicht von Depression sprechen, eher Melancholie. „Das Leben ist doof, ich schaffe das alles nicht, warum nur!?“ Ich bin sicher, mit diesen Gedanken bin ich nicht allein. Noch auf dem Stuhl beim Doc hab ich dran gedacht ins „Türkische Coffee Café“ zu fahren, mir einen Zwacki zu holen und einfach einen dicken J zu basteln, um…

Und genau hier kam der wichtige Gedanke. Ja, warum eigentlich? Um diese Traurigkeit zu manifestieren und gleichzeitig auszublenden. Das habe ich immer so gemacht in diesen Situationen. Dieses High und Low. Klar, die Dichtheit verdrängt die Klarheit der Traurigkeit und die Gedanken sind nicht mehr so erdrückend, aber warum sollte ich es dann tun. Ein bisschen Ruhe, oder frische Luft und die Auseinandersetzung damit sind die viel bessere Lösung. Nachmittags hatte ich einen beruflichen Termin, der Positivität zurück gebracht hat. Daraus könnte sich was entwickeln. Wir werden sehen.

Ich fühle mich momentan sehr oft so verdammt kraftlos. Aber das bin ich gar nicht. Es fühlt sich nur so an. Und Dichtheit hilft kein Stück. Es lindert, aber das auch nur kurzzeitig und ist definitiv die falsche Lösung. Gerade in diesem Moment läuft ein Song im Radio: Gotye mit Somebody that i used to know. Und darin die wirklich bezeichnende und wahre Zeite:

„You can get addicted to a certain kind of sadness!“

Sucht. Es wird für mich immer deutlicher: Es geht gar nicht um die Droge selbst, es geht um diese Traurigkeit. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich denke, dass gerade Jungs um die 30 die Sinnlosigkeit des Alltags verwirrt. Ich möchte eine Familie, aber doch jetzt nicht. Ich baue noch kein Haus. Ich finde doch gerade erst meinen Platz auf dieser Welt. Klar habe ich durch die Kifferei viel verpasst, aber dennoch habe ich mein Umfeld beobachtet und nur die wenigsten Gleichaltrigen sind gefestigte Erwachsene.

Kein J gegen die Traurigkeit. Ich bin nichtmal bei 8 Wochen Abstinenz und diese Stimmungsschwankungen werden mich wohl noch einige Zeit begleiten, aber das ist okay. Ich habe was zu tun und ich bin gesund. Alles wird gut.

Fühlt Euch gedrückt, Franzl.

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