Monat: Februar 2014

Schwitzige Nächte und Träume.

Von Entzug zu sprechen ist wahrscheich medizinisch nicht korrekt. Dennoch ist es für viele nicht wirklich easy, vom täglichen kiffen zum täglichen Nichtkiffen zu wechseln. Besonders Nachts sorgt das Eichhörchen für deutliche Entzugserscheinungen. Warum eigentlich Eichhörnchen? Beim Heroin spricht man vom Affen, der einen fertigmacht, sobald man die Droge absetzt. Der Affe ist ein harter BEgleiter, der jedem Heroinabhängigen das Leben zur Hölle macht. Wir Kiff-Abstinezler haben eeben ein kleines Eichhörchen, dass uns animiert doch mal wieder schön einen durchzuziehen.

Kiffer Träumen nicht. Das ist wohl das deutlichste Zeichen, dass es sich auch bei Gras um eine Droge handelt. Auch wenn ich nach zehn Jahren täglichem Konsums eigentlich gar nicht mehr richtig stoned geworden bin, bin ich morgens nur sehr selten mit der Erinnerung an einen Traum aufgewacht. Und das ist ja auch logisch. Viele von uns rauchen den letzten J des Tages sogar im Bett. Was soll das Gehirn dann auch noch machen außer wegzudösen. Ich habe immer geglaubt, dass ich gut und erholsam schlafe. Das war wohl ein Irrglaube. Denn gerade fühle ich mich unfassbar schlapp und schlafe oft nach der Arbeit nochmal ne Stunde auf der Couch.

Es begann bei mir bereits nach drei oder vier Tagen, dass ich nachts intensiv träumte. Und ich schwitzte immerweiter. Teilweise bin ich nachts dreimal mitten aus dem Träumen aufgewacht. Dann habe ich meist das Shirt gewechselt, oft auch ne Kippe gerauch, um dann wieder einzuschlafen und drei Stunden später wieder verschwitzt aus dem nächsten Traum zu erwachen. Inhaltlich ist alles dabei: Liebe, Hass, Wut, Angst und Hoffnung. Ich bin kein Phsychologe, aber mir ist schon relativ klar, was mein Gehirn da veranstaltet. Träumen ist eine Mechanik der Selle Gedanken und Erfahrungen zu sortieren und zu reflektieren. All die Nächte werden jetzt nachgeholt. Heute, nach fünf Wochen ohne das Kraut, war es wieder sehr extrem. Zweimal bin ich aufgewacht und habe kurz darüber nachgedacht, was mein Gehirn da wieder für abstruse Szenarien gesponnen hat. Kurzer Plot: Ich musste mich, gefangen in einem Wasserlabyrinth, gegen eine Gruppe Angreifer erwähren, die das Labyrinth übernehemn wollten. Sie suchten mich mit der Absicht mich zu töten und ich suchte einen Ausweg. Sehr merkwürdig. Ich denke das wichtigste ist es, diese absurden Szenarien nicht überzubewerten.

Ich versuche seite ein paar Wochen extrafrüh ins Bett zu gehen, aber ich ich hab trotzdem kaum Power für nen halben Tag. Ich bin gespannt, wie lange das noch anhält. Ich weiß nur eins, jetzt wieder zu kiffen wäre unfassbar dumm. Ich will wieder fit werden, körperlich und emotional. Der Körper ist ein Wunderwerk und selbst bei intensiven Konsum harter Drogen über einen langen Zeitraum ist der Körper in der Lage sich zu regenerieren. Wie lange diese Phase dauert weiß ich noch nicht und ich denke das ist von Gehirn zu Gehirn sehr unterschiedlich. In Foren habe ich verschiedene Aussagen gefunden. Von drei Wochen bis hin zu sechs Monaten.

Das Schwitzen könnte man noch am ehesten als Entzugs-Erscheinung sehen. Aber ich denke, dass es sich dabei auch um eine Reaktion auf die Situation im Traum handelt. Was soll es auch: Schwitzen ist gesund.

Ich sehe die ganze Sache mitlerweile sportlich und ich hoffe ich kann wenigstens einen Leidensgenossen dazu bringen es mir nachzutun. Ich verteufele das Kiffen auf keinen Fall, aber ich kann nur jedem raten sich mit seinem Umgang auseinanderzusetzen. Ruasch ist nicht böse: Aber wer jeden Tag den Rausch sucht sollte darüber nachdenken, warum er das tut. Therapeuten und Leute, die selbst nie eine Substanz missbraucht haben, sprechen gerne von Flucht. Vielleicht korrekt, aber ich denke so einfach ist das nicht. Ich habe immer gerne ein Beispiel benutzt: Was ist denn mit den Menschen, die sich Tag für Tag in Ihre Keller verziehen, um mit Ihrer Modelleisenbahn zu spielen? Es gibt viele Menschen, die ein Hobby sehr extrem ausüben. Für mich ist das die gleiche Mechanik. Es geht um Vertrautheit und die aktive „Verschwendung“ von Zeit.

Träumt Leute, träumt shit und nehmt die Herausforderung an.

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Hallo Welt.

Ich bin Franz Paffka und ich bin nicht allein. Heute bin ich 30 Jahre alt, habe Schule, Studium und Berufseinstieg erfolgreich gemeistert und vor etwa fünf Wochen aufgehört zu kiffen.

Warum beginne ich heute mit diesem Blog? Ich lese mich seit dieser Zeit durch viele Foren und entdecke dabei täglich „Leidensgenossen“, die eine ähnliche Karriere gemacht haben. Drogengeschichten faszinieren mich. So verfolge ich seit Beginn an Sickboy und seine Geschichte, die er sensationell im Projekt Shore, Stein, Papier erzählt.

Dort geht es um ein hartes Leben mit Heroin und den Ausstieg daraus. Ich möchte meine Drogenkarriere nicht mit seiner vergleichen. Es geht um den Verzicht auf Gras, die harmloseste aller Drogen. Kaffee und Schokolade einbezogen. Etwa zehn Jahre habe ich täglich Joints geraucht. Meistens so drei konische Glücklichmacher nach Feierabend, gerne aber auch schonmal sonntagmorgens einen Dübel beim kacken. Ihr kennt das.

Es war einfach schön ein bisschen stoned zu sein.

Businesskiffer haben wir uns genannt. Mein Freundeskreis ist groß, darunter Kiffer und Nichtkiffer. Ich hatte nie Probleme mit sozialen Kontakten und habe eine berufliche Perspektive. Trotzdem habe ich erst vor etwa zwei Jahren begriffen, dass ich süchtig bin. Ich kaufte zehn Gramm und heizte bis sie weg waren und dann hab ich mir einen neuen Haufen besorgt. Einen Tag Pause machen, obwohl ein schöner Bud im Glas auf dem Couchtisch steht? Warum denn?

Hier kommt der Ansatz für diesen Blog: Es gibt Gehirne, die problemfrei mit dem Kraut umgehen und einfach nur dann rauchen, wenn es auch Sinn macht. Zum Beispiel morgens um fünf nach einer durchtanzten Nacht zu einem netten Gespräch mit dem Kumpel, der bei einem übernachtet. Oder sonntagabends beim kochen. Beim malen, wixxen oder einfach zum nachdenken. Es ist kein Teufelszeug, dieses Gras. Aber Sucht ist Sucht und ich höre auf. Endgültig oder nicht, die Systematik muss raus aus meinem Kopf und ich nehme Euch mit auf die Reise. In den kommenden Wochen werde ich Geschichten erzählen, Tipps geben und Euch dazu ermutigen es mir nachzutun.

Wie gesagt. Seit zwei Jahren habe ich vergeblich versucht aufzuhören. Habe mir Daten gesetzt, wann ich aufgehöre und etwa zwölfundachtzig letzte Joints geraucht. Vergeblich. Jetzt plötzlich ist es ganz einfach, irgendwas hat sich verändert. Und wir finden zusammen heraus, was es ist.